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Scarperia e San Piero

Breits durch ihre Geschichte vereint, leben die beiden Ortschaften, in denen die Familie De’ Medici die Zeichen ihrer vornehmen Herrschaft
hinterlassen hat, heute in einer Symbiose, welche auf die am 1. Januar 2014 vollzogene Gründung einer einzigen Gemeinde aus Scarperia und San Piero zurückgeht. Der aus Florenz über die Via Bolognese oder über die Autobahnausfahrt Barberino di Mugello anreisende Besucher kann hier zahlreiche touristische, kulturelle, gastronomische und sportliche Besonderheiten entdecken.

So treffen in San Piero a Sieve die wichtigsten Straßen des Mugello zusammen, die von der Stadt nach Imola und Bologna führen. Die antike Ortschaft hat sich bereits seit dem 11. Jahrhundert rund um die gleichnamige Pfarrkirche entwickelt, seine Hochblüte erlebte der Ort jedoch zwischen dem 14. und dem 15. Jahrhundert: Die Medici errichteten in der Umgebung ihre Villen, wie zum Beispiel die wunderschöne Villa del Trebbio, und bauten auch in der Ortschaft ihre Wohnhäuser, wie zum Beispiel die Villa Adami (Sitz der Bibliothek) und die Villa Schifanoia. Die Villa del Trebbio, die fast zur Gänze einen strengen, mittelalterlichen Baustil beibehalten hat, wurde im Auftrag von Cosimo de’ Medici von Michelozzo Michelozzi über den Resten eines alten Feudalturms errichtet. Im Jahr 2013 wurde die Villa del Trebbio als Weltkulturerbe der UNESCO anerkannt. Auf dem höchsten Hügel nahe der Ortschaft steht die Festung Fortezza di San Martino, die Cosimo I. im Jahr 1569 errichten ließ und an deren Bau auch Bernardo Buontalenti beteiligt war. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Kloster Convento del Bosco ai Frati, das von der Adelsfamilie Ubaldini vor dem Jahr Tausend vor Christus gegründet wurde und als eines der ältesten Klöster der Toskana gilt

In dieser neuen Gemeinde setzt sich die Geschichte fort mit Scarperia, wo die Adelsfamilie Ubaldini seit jeher herrschte, bis die Republik Florenz beschloss, ihnen entgegenzuwirken, und am 8. September 1306 einen „neuen Ort“ mit dem Namen Castel San Barnaba gründete, der später den Namen Scarperia, an der „Böschung“ (ital. “scarpa”) des Apennins, erhielt. Im Altstadtzentrum kann man den Vikarspalast Palazzo dei Vicari bestaunen, in dem seit dem 15. Jahrhundert der Vikar als Stellvertreter der Republik Florenz tätig war, um das weitläufige Umland des Mugello zu verwalten.

In dem Palais befinden sich heute nicht nur ein kostbares Archiv und die alte Uhr des Glockenturms, Werk des großen Florentiner Architekten Filippo Brunelleschi, sondern auch das Messermuseum „Museo dei Ferri Taglienti“. Über Jahrhunderte wurden in Scarperia qualitativ hochwertige Messer hergestellt, was die neu gestaltete Museumsausstellung Groß und Klein aus verschiedensten Nationen gekonnt zu vermitteln weiß.

Nicht verpassen sollte man einen Besuch in der alten Messerschmiede „Bottega del Coltellinaio“ in der nahe gelegenen Via Solferino: Hier kann man bei der Herstellung eines Messers zusehen und unter der Führung eines erfahrenen Messerschmieds auch selber Hand anlegen. Dabei kann man mittlerweile obsolet gewordene Werkzeuge kennenlernen und unter dem Lärm der Werkstatt sowie dem Rauch der Feuerstelle erleben, was es bedeutet, selbst ein Messer zu machen.

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