Rimini

Rimini, die Stadt von Francesca

Rimini spielt seit jeher eine wichtige Rolle in der Geschichte von Liebe und Tod von Paolo und Francesca, die von Dante im 5. Gesang der Hölle erzählt wird.

Diese Verse gehören zu den berühmtesten und bekanntesten der Göttlichen Komödie und haben aus den beiden jungen Menschen ein Symbol der ewigen Liebe gemacht und einen Mythos geschaffen, der im Laufe der Jahrhunderte die Fantasie vieler Maler und Dichter beflügelt hat.

Viele historische Zeugnisse bestätigen, dass das Verbrechen in Rimini stattfand, auch wenn andere Orte das Szenario der Tragödie für sich beanspruchen.

Nicht von ungefähr ist die Protagonistin, trotz ihrer Herkunft aus Ravenna, in der ganzen Welt als Francesca da Rimini bekannt.

Rimini, die Stadt von Francesca, ist heute eine Stadt der Kunst und Kultur mit einer Geschichte, die sich über 22 Jahrhunderte erstreckt. In der Altstadt kann man Überreste aus der Römerzeit bewundern, darunter den Augustusbogen, die Tiberiusbrücke, das Amphitheater, das Haus des Chirurgen und das Stadtmuseum, Freskenzyklen der Rimini-Schule aus dem 14. Jahrhundert, das Kastell Sismondo, den Malatesta-Tempel, ein Meisterwerk der Renaissance, das von Giuseppe Verdi eingeweihte klassizistische Galli-Theater oder das PART – das Kunstmuseum Palazzi dell’Arte von Rimini, das in den renovierten Gebäuden „Palazzi del Podestà“ und „Arengo“ untergebracht ist.

Rimini ist auch die Stadt Fellinis, dem ein großes Museumsprojekt gewidmet werden soll. Eine Hommage an den Meister des Kinos, der Italien in der ganzen Welt als das Land des Dolce Vita berühmt gemacht hat und die Stadt in der kollektiven Erinnerung verewigte, indem er in seinen Filmen den Hafen, das Stadtviertel San Giuliano, das legendäre Grand Hotel und das 2018 mit der Ausstattung des Bühnenbildners und dreifachen Oscar-Preisträgers Dante Ferretti wiedereröffnete Kino Fulgor zeigte.

Stadtmuseum „Luigi Tonini“

Das antike Herz von Rimini schlägt im Stadtmuseum, das im Jesuitenkolleg aus dem 18. Jahrhundert untergebracht ist. Es erzählt von der jahrtausendealten Geschichte, die am Strand beginnt, wo die Urmenschen Feuerstein spalteten. Danach geht es weiter mit der Archäologie, der Kunst und den chirurgischen Instrumenten des 3. Jahrhunderts bis hin zu den Gemälden der „Rimini-Schule“ des 14. Jahrhunderts mit Werken der Künstler des Malatesta-Hofes wie Agostino di Duccio, Giovanni Bellini und Ghirlandaio oder den außergewöhnlichen Gemälden von Guido Cagnacci, Centino und Guercino aus dem 17. Jahrhundert. Zu sehen sind auch die traumhaft eleganten Verführungskünste vom berühmten Illustrator René Gruau und die Ansicht der Piazza Cavour, die Filippo De Pisis während seines hiesigen Aufenthaltes im Jahr 1940 malte. In den Sälen des Museums hat der Besucher auch die Gelegenheit, Paolo und Francesca auf dem Gemälde (1828) von Clemente Albèri zu begegnen, das den tragischen Epilog ihrer Geschichte ankündigt, sowie die Terracottabüste eines in sich gekehrten und konzentrierten Dante Alighieri, der 1921 von Romeo Pazzini aus Verucchio modelliert wurde.

Das Haus des Chirurgen

Ein über 700 m² großer Archäologie- und Museumsbereich, der für die Öffentlichkeit zugänglich ist und die 2000 Jahre alte Geschichte der Stadt erzählt. Die wichtigste Entdeckung betrifft das Haus aus der Kaiserzeit (nach dem Beruf des letzten Hausbesitzers „des Chirurgen“ genannt), das eine taberna medica – ein Ambulatorium – enthielt, das in ein Arbeitszimmer und ein Zimmer für kurze Pflegeaufenthalte unterteilt war. Hier lebte und arbeitete der weise Arzt aus dem Osten bis ein Brand das Gebäude zerstörte und Mosaike, Stuckarbeiten, Gegenstände und Möbel unter den Trümmern begrub. Dadurch bliebt uns ein wahrer Schatz mit einer außergewöhnlichen chirurgischen Ausrüstung aus über 150 Instrumenten erhalten, die im nahe gelegenen Stadtmuseum ausgestellt ist.

Part – Paläste der Kunst Rimini

Antike und Moderne vereint in einer gegenseitigen Bereicherung.

Das ist das PART, das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, das aus einer Übereinkunft zwischen der Stadtverwaltung Rimini und der Stiftung San Patrignano entstanden ist.

Die Antike ist im Ausstellungsraum der mittelalterlichen Paläste Arengo und Podestà im Herzen der Altstadt vertreten, die durch ein Projekt für die Restaurierung und architektonischen Aufwertung wieder in ihrer ursprünglichen Schönheit erstrahlen. Die Moderne ist durch die eklektische und vielfältige Sammlung bedeutender Werke des 20. Jahrhunderts und des neuen Jahrtausends vertreten, die die Stiftung zur Unterstützung ihrer Tätigkeit aufgebaut hat. Es handelt sich dabei um eine Sammlung, die dank der Großzügigkeit von Sammlern, Galeristen und Künstlern weiterwächst.

Internationales Museum Federico Fellini

Es steht im Zentrum einer breiter angelegten Strategie zur Aufwertung des kulturellen und architektonischen Erbes, das die urbane Zukunft der Stadt und ihres historischen Zentrums neugestaltet hat. Das Museum, das 2021 eingeweiht werden soll, ist so konzipiert, dass es sich mit seiner urbanen Gliederung auch nach außen projiziert, um sowohl Schauplatz als auch Ort von Ereignissen, Beziehungen und neuen Erzählungen zu werden. Es interpretiert nicht nur Fellinis Kino, sondern ist ein eigenes Werk mit einem imaginären Schlüssel, das all das wiedergibt, was die Filmbranche von Beginn an sein wollte und die Filme des Regisseurs aus Rimini am besten ausdrücken: Wunder, Fantasie, Spektakel und Unterhaltung.

Bibliothek Gambalunga

Eine der ältesten und wichtigsten öffentlichen Bibliotheken Italiens im Palazzo Gambalunga aus dem 17. Jahrhundert enthält den Gradenighiano Codex mit dem Text der Göttlichen Komödie, der von dem venezianischen Adligen Iacopo Gradenigo Ende des 14. Jahrhunderts auf Pergament handschriftlich verfasst wurde und von einem Kommentar von Iacopo della Lana und stimmungsvollen Miniaturen, die die ersten acht Gesänge der Hölle illustrieren, begleitet wird.

Das Essen ist die Würze eines Ortes und in Rimini ist der Tisch voller Aromen, die auf der kulinarischen Tradition der einstigen „Adzore“ (Hausherrin) und den reichhaltigen Gaben des Meeres und der umliegenden Berge beruhen. Ein Angebot an einfachen Gerichten, die mit der Tradition verwurzelt sind, die auch noch heute noch bewahrt und geschützt wird.

Hausgemachte Nudeln mit leckeren Fleisch- oder Fischsaucen oder in schmackhaften Brühen. Braten oder gegrilltes Fleisch werden meisterhaft zubereitet. An der Küste ist Fisch die Hauptzutat der Gerichte. Er wird traditionell oder nach der Kreativität des Kochs zubereitet. Zu den Gängen wird eine große Auswahl an Weinen – vor allem der Sangiovese – serviert, die aus den Weinbergen im Hinterland von Rimini stammen.

Anstelle von Brot gibt es Fladenbrot bzw. Piadina. Kein anderes Produkt ist in der Lage, die Herzlichkeit der Menschen in Rimini und die Schönheit dieses Landes so zu vermitteln wie das Fladenbrot. Es ist ein ungesäuertes Brot (in Rimini ist es dünner als im Rest der Romagna), das man warm mit Schinken und Salami füllt oder mit Weichkäse bestreicht.

Auch das Kunsthandwerk hat hier eine lange Tradition. Im gesamten Gebiet von Rimini gibt es viele Werkstätten, Ateliers und Geschäfte, in denen man handwerklich hergestellte Gegenstände finden kann. In der Gegend von Rimini lebt die Tradition der Keramikkunst und der Majolika-Dekorationen fort, aus der Teller, Tabletts, kleine Becher, Votivbilder und viele andere einzigartige Stücke hergestellt werden. Sowohl in der Stadt als auch im Hinterland findet man noch immer Kunstschmiede, aber eine der berühmtesten handwerklichen Erzeugnisse des Gebietes bleiben die mit Rost bedruckten Stoffe. Aus ihnen werden Tischdecken, Servietten, Schürzen, Vorhänge aus natürlichem Gewebe, Leinen oder Hanf gefertigt, auf denen Bilder von Früchten, Hähnen, Weinranken und typische traditionelle Dekorationen aus der Romagna zu sehen sind. Das Verfahren zum Bedrucken von Stoffen mit Motiven ist sehr interessant. Die Formen werden in eine bestimmte Farbmischung getaucht: Die typischste Farbe ist Rost, aber auch ockergelb, blau und rot. In einigen Geschäften im Landesinneren kann man noch die alten Mangani bewundern. Es handelt sich dabei um Werkzeuge, mit denen die Stoffe „gebügelt“ wurden, bevor man mit ihrer Dekoration fortfuhr.

Augustusbogen

Der älteste erhaltene Bogen in Norditalien wurde 27 v. Chr. auf Geheiß des Senats zu Ehren von Augustus errichtet. Als Stadttor und Ehrenbogen dient er von der Via Flaminia als monumentaler Eingang zur Stadt und verbindet somit Funktion und politische Propaganda. Im breiten Bogen wird der von Augustus wiedergewonnene Frieden gepriesen.

Tiberiusbrücke

Die Brücke aus Istrienstein wurde von Augustus im Jahr 14 begonnen und von Tiberius im Jahr 21 n. Chr. vollendet. Sie bildet den Ausgangspunkt der Via Emilia und der Via Popilia und beeindruckt durch ihre Bauplanung und architektonische Gestaltung. Neue, eindrucksvolle Blicke auf das Denkmal bietet der heutige Platz vor dem Stausee, der einer der besten Standorte zum Bewundern einer der schönsten Brücken der Welt, oder auch der schwimmende Steg.

Cavourplatz und die Gebäude der Kommunalverwaltung

Seit dem Mittelalter bildet der Platz mit den Sitzen der bürgerlichen Macht das Zentrum der Stadt. Im Palazzo dell’Arengo (1204) ist heute das Part – Palazzi dell’Arte Rimini untergebracht. An einer Seite steht der Palazzo del Podestà (14. Jh.) und auf der anderen der Garampi-Palast, der heute als Rathaus dient (16.-17. Jh.).

Auf dem Platz befinden sich auch das Galli-Theater und der Fischmarkt aus dem 18. Jahrhundert, der einer der charakteristischsten Ecken der Stadt und ein Treffpunkt der „Movida“ von Rimini darstellt. Ein verbindendes Element für das Leben auf dem Platz ist der mittelalterliche Brunnen, der 1502 Leonardo da Vinci wegen der Harmonie der verschiedenen Wasserfälle verzauberte.

Die Kirche Sant’Agostino

Wegen der Größe und den Kunstschätzen ist sie eine der wichtigsten Kirchen der Stadt. Absolut sehenswert sind die Fresken in der Apsis und in der Kapelle des Glockenturms, die den Malern der Rimini-Schule aus dem 14. Jahrhundert zugeschrieben werden, die zu jener Zeit zu einer der originellsten in Italien zählte. Die gotische Struktur ist außen an den Seiten, an der Apsis und am Glockenturm erkennbar.

Der Malatesta-Tempel

Sigismondo Pandolfo Malatesta ließ um die Mitte des 15. Jahrhunderts die Kirche San Francesco aus dem 14. Jahrhundert von Leon Battista Alberti umbauen, der sich auf die klassische Antike stützte, um ein Meisterwerk der Renaissance zu schaffen. Im Inneren sind das von Giotto gemalte Kruzifix, die Marmorverkleidung der Seitenkapellen von Matteo de‘ Pasti und Agostino di Duccio, das Fresko von Piero della Francesca, das den vor dem Heiligen Sigismund knienden Pandolfo darstellt, sehenswert.

Kastell Sismondo oder Rocca Malatestiana

Es ist eine Wohngebäude-Festung von Sigismondo Pandolfo Malatesta. Von der ursprünglichen Konstruktion – an der auch Filippo Brunelleschi mitwirkte und die auf Medaillen und im Fresko von Piero della Francesca im Tempel dargestellt ist – ist nur noch der zentrale Kern erhalten. Das Eingangsportal wird von dem grandiosen Wappen mit den heraldischen Symbolen der Malatesta-Familie und einer Inschrift überragt, die den Namen Kastell Sismondo hervorhebt. Kürzlich wurden die Arbeiten zur Restaurierung der Mauern und des Grabens und der Errichtung der Francesca da Rimini gewidmeten Arena und der Neugestaltung des davorliegenden Platzes abgeschlossen, der zusammen mit dem Schloss und dem Fulgor-Kino zu einem der drei Schwerpunkte des Fellini-Museums werden soll.

Wiedergewonnene Orte der Stadt

Theater Amintore Galli

Das Projekt des Stadttheaters von Rimini, das am 16. August 1857 mit der Uraufführung von Giuseppe Verdis „Aroldo“ eingeweiht wurde, stammt von Luigi Poletti, Architekt und Ingenieur des Kirchenstaates, der mit der römischen Klassizismusschule nach der Idee des Purismus verbunden war.

Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gebäude wurde sowohl in Bezug auf die Räumlichkeiten als auch die Ästhetik nach dem Vorbild des ehemaligen Theaters wieder aufgebaut. Das 2018 wieder an die Stadt übergebene Theater „Galli“ verbirgt ein sehr modernes Herz, da man die Schönheit und Eleganz des historischen Theaters im italienischen Stil mit technischen Höchstleistungen verbunden hat.

Kino Fulgor

Für Federico Fellini war es eine der faszinierendsten Stätten der Stadt, der es als Junge besuchte und in Filmen wie „Amarcord“ und „Roma“ verewigte. Dank der Meisterwerke des Regisseurs ist dieses einfache Provinzkino zur Legende und zum bekanntesten und meistzitierten Kino der Welt und zum Sinnbild der Filmkunst geworden, durch die wir dem Alltag entfliehen und träumen können.

Besucherzentrum – Rimini Caput Viarum

Ein multimedialer und interaktiver Rundgang, der die Besucher auf der Entdeckung von Ariminum begleitet und während eines einzigartigen Erlebnisses seine Geschichte in Begleitung von Julius Cäsar als außergewöhnlichen Führer erleben lässt.

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