Lugo

Lugo ist eine lebendige alte Stadt mit einer starken Prägung aus dem 18. Jahrhundert. Sie ist als echte „Marktstadt“ eines der wichtigsten wirtschaftlichen und produktiven Zentren der Bassa Romagna.

Auf ihrem gegliederten System von Plätzen findet seit Jahrhunderten einer der wichtigsten Märkte der Emilia Romagna statt. Ihre Altstadt ist seit jeher ein Ort von großer wirtschaftlicher und kultureller Vitalität.
Sobald Sie das Herz der Stadt erreichen, werden Sie von der Pracht und Herrlichkeit der Festung „Rocca Estense“, dem Dreh- und Angelpunkt der Stadt seit dem späten Mittelalter, verzaubert sein. Von besonderem Interesse ist der nordwestliche Turm, der sogenannte Mastio di Uguccione, benannt nach Uguccione della Faggiola, dem Herrn von Lugo am Ende des 13. Jahrhunderts, der eine wichtige Persönlichkeit im Italien seiner Zeit war.

Seine Figur ist mehrfach mit der von Dante verwoben. Diese Verbindung wird auch durch eine mutmaßliche Gastfreundschaft bestimmt, die della Faggiola dem Dichter im Exil anbot.

Ein weiterer historischer Bezug findet sich in Dantes Terzine:

„Bagnacaval hat recht, dass es nun ausstirbt, und schlecht tut Castrocaro, schlimmer Conio, dass sie noch solche Gräflein zeugen mögen.“ (Fegefeuer 14. Gesang, 115-117)

Der Hinweis bezieht sich auf die streitsüchtigen Grafen von Cunio, die Raubzüge und Plünderungen im Gebiet von Lugo und in den angrenzenden Gebieten unternahmen und immer im Streit mit den Polentani von Ravenna waren, bei denen Dante die letzten Jahre seines Lebens verbrachte.

Historische, architektonische und kulturelle Bezüge finden sich an jeder Ecke der Stadt: der Quadriportico del Pavaglione aus dem 18. Jahrhundert vor der Festung; das Denkmal und das Museum Francesco Baracca, dem italienischen Fliegerhelden des Ersten Weltkriegs; das Rossini-Theater; das kürzlich eingeweihte Rossini-Haus-Museum; die unzähligen Kirchen und antiken Pfarrkirchen. Nennenswert sind auch die bezaubernden landschaftlichen Schönheiten, die nur wenige Kilometer von der Stadt entfernt liegen, darunter der Parco del Lotto, wegen dem allein es sich schon lohnt, Lugo im Herzen der Bassa Romagna als Ausflugsziel anzuvisieren,Lugo (in der Provinz Ravenna) liegt an der Kreuzung der Provinzstraße San Vitale SP253R (die Bologna mit Ravenna verbindet) und der Provinzstraße Felisio SP7.

Der Ort liegt 26 km von Ravenna, 50 km von Bologna und 60 km von Ferrara entfernt. Mit dem Auto muss man auf der Autobahn A14 die Ausfahrt „Lugo“ nehmen. Mit dem Zug ist der Ort über die Bahnlinie Ravenna/Bologna erreichbar, mit Verbindungen nach Ferrara und Faenza.

Das heute vielleicht charakteristischste Monument von Lugo wurde im Spätmittelalter mit ziemlicher Sicherheit auf dem Grundriss einer früheren Festung errichtet. Obwohl es Gegenstand wiederholter, mehr oder weniger ausgeprägter Renovierungen war, erfuhr die Festung unter der Herrschaft der Familie Este tiefgreifende Veränderungen und Renovierungen, durch die sie ihr heutiges Aussehen erhielt. Der im Nordwesten gelegenen Turm, der sogenannte „Mastio di Uguccione della Faggiola“ blieb jedoch davon verschont. Die Bepflanzung des faszinierenden hängenden Gartens, der vom Innenhof aus zugänglich und auch dank der alten Zellen zweifellos einen Besuch wert ist, geht auf den Beginn des 19. Jahrhunderts zurück. Ebenfalls aus dem frühen 19. Jahrhundert stammt der Austausch der bewehrten Seite im Osten durch die heutige Arkade. Der Salone Estense, der sich im nördlichen Bereich der Festung befindet, wurde erst kürzlich entdeckt. Er wurde ebenfalls von den Herzögen von Este zwischen 1437 und 1598 während des italienischen Rinascimento errichtet. Bemerkenswert ist die mit verzierten Holztafeln geschmückte Holzdecke, auf denen die Wappen der Herrscher und die Symbole der sogenannten Heldentaten von Borgo d’Este abgebildet sind.

Neben der Festung steht das Denkmal für Francesco Baracca, das italienische Meisterflieger im Ersten Weltkrieg. Es wurde unmittelbar nach dem Tod des Helden von einem Komitee unter dem Vorsitz des Herzogs von Aosta in Auftrag gegeben und vom Bildhauer Domenico Rambelli aus Faenza ausgeführt.
Für den Entwurf des Monumentalkomplexes brauchte der Bildhauer über drei Jahre und für die Ausführung fast sechs Jahre. Am 21. Juni 1936 wurde das Werk dann eingeweiht. Die etwa sechs Meter hohe Bronzestatue steht auf einem Sockel, der mit Tivoli-Travertin verkleidet ist und auf dem die Daten und Orte der Siege des Fliegers vermerkt sind. An der Seite des Flügels erscheint das Emblem des Majors Baracca, das aufgerichtete Pferd, das in der ganzen Welt bekannt ist, weil es von Enzo Ferrari als Emblem für die Ferraris von Maranello übernommen wurde.
Lugo hat seinem berühmten Helden ein Historisches Museum gewidmet, das sich in seinem Geburtshaus befindet. Es enthält eine Sammlung von Erinnerungsstücken und Gegenständen, die dem „Meister aller Meister“ gehörten. Zu bewundern ist u.a. das Flugzeug Spad VII von 1917, auf dem Baracca einen seiner 34 Siege errang.

Vor der Festung steht der Pavaglione, ein einzigartiges Bauwerk, das ein beeindruckendes Beispiel für ein natürliches „Einkaufszentrum“ ist, das vor mehr als zwei Jahrhunderten entworfen und gebaut wurde. Nach Restaurierungsarbeiten in den letzten Jahren erstrahlt es nun wieder in seinem alten Glanz. Der imposante viereckige Portikus nach dem Entwurf von Giuseppe Campana aus Ferrara, der ihn auf die im 16. Jahrhundert errichtete Loggia setzt und 1783 fertigstellte, war ursprünglich für den damals florierenden Markt der Seidenraupenkokons gedacht. Wahrscheinlich ist sein Name vom lateinischen papilio oder, anderen zufolge, vom französischen papillon abgeleitet. Der Pavaglione beherbergt damals wie heute Geschäfte, Läden, Messen, den seit 600 Jahren bestehenden Mittwochsmarkt und viele spektakuläre Veranstaltungen, die die Stadt das ganze Jahr über beleben und die Traditionen weiterleben lassen. Es gibt eine Dokumentation von Musikwerken, die in diesem Raum seit dem Ende des 17. Jahrhunderts komponiert wurden.

Auf der Westseite des Pavaglione steht das Rossini-Teatro, in dem Theaterstücke, Konzerte und eine international bekannte Opernsaison stattfinden. Das zwischen 1757 und 1759 von dem Architekten Francesco Petrocchi errichtete Gebäude wurde 1761 von Antonio Galli Bibiena fertiggestellt. Es gilt als der Prototyp des italienischen Theaters und wurde 1859 nach Gioacchino Rossini benannt. Der Vater des großen in Pesaro geborene Musikers stammte aus Lugo. Rossini erhielt seine erste musikalische Ausbildung am kanonischen Malerbi in Lugo, wohin seine Familie 1802 gezogen war. Villa Malerbi, ein weiteres interessantes Ziel auf der Rossini-Route, stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Heute befindet sich in der Villa der Sitz der Städtischen Musikschule.
Ein paar Schritte vom Theater entfernt, in der Via Rocca 14, steht das Rossini-Haus-Museum, das alte Haus der Familie Rossini, das dem Großvater des berühmten Komponisten gehörte. Der Museumsrundgang erstreckt sich über vier Räume, bei dem die Besucher die Möglichkeit haben, an jeder Station anzuhalten, um gemeinsam zu betrachten, zu lauschen und immer tiefer in das faszinierende Leben und Werk eines ungewöhnlichen Rossini in einem immerwährenden Crescendo einzutauchen. Die theatralische Form, das privilegierte Terrain des Meisters, wird hier als Paradigma der Ausstellung genommen.

Auf der Westseite des Pavaglione steht das Rossini-Teatro, in dem Theaterstücke, Konzerte und eine international bekannte Opernsaison stattfinden. Das zwischen 1757 und 1759 von dem Architekten Francesco Petrocchi errichtete Gebäude wurde 1761 von Antonio Galli Bibiena fertiggestellt. Es gilt als der Prototyp des italienischen Theaters und wurde 1859 nach Gioacchino Rossini benannt. Der Vater des großen in Pesaro geborene Musikers stammte aus Lugo. Rossini erhielt seine erste musikalische Ausbildung am kanonischen Malerbi in Lugo, wohin seine Familie 1802 gezogen war. Villa Malerbi, ein weiteres interessantes Ziel auf den Spuren von Rossini, stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Heute befindet sich in der Villa der Sitz der Städtischen Musikschule.Ein paar Schritte vom Theater entfernt, in der Via Rocca 14, steht das Rossini-Haus-Museum, das alte Haus der Familie Rossini, das dem Großvater des berühmten Komponisten gehörte. Der Museumsrundgang erstreckt sich über vier Räume, bei dem die Besucher die Möglichkeit haben, an jeder Station anzuhalten, um gemeinsam zu betrachten, zu lauschen und immer tiefer in das faszinierende Leben und Werk eines ungewöhnlichen Rossini in einem immerwährenden Crescendo einzutauchen. Die theatralische Form, das privilegierte Terrain des Meisters, wird hier als Paradigma der Ausstellung genommen.

Kapern der Festung
In den Mauerritzen der Festung von Lugo wachsen seit Jahrhunderten wilde Kapernpflanzen. Wenn Ende Mai und den ganzen Sommer über die kurze, aber intensiv duftende Blütezeit stattfindet, werden die Blütenknospen geerntet und von den Händen erfahrener Meister nach dem alten Rezept von Pellegrino Artusi in Essig eingelegt.
In den letzten Jahren hat die Stadtverwaltung den Brauch eingeführt, die Kapern direkt sammeln und konservieren zu lassen, um sie dann berühmten Personen, die die Stadt besuchen, zu schenken. Nach der Ernte durch die Verwaltung wird den Bürgern das „Kappernsammlungsrecht“ eingeräumt, d.h. die Möglichkeit, Kapern bis auf Menschenhöhe zu sammeln.

Traditioneller Markt
Jeden Mittwoch findet ein traditioneller Markt statt, der einer der größten in der Romagna und in Italien ist. Eingebettet in einen sehr eindrucksvollen Rahmen erstreckt sich der Markt über die gesamte Altstadt und nimmt alle Plätze ein, die um die wichtigsten Denkmäler der Stadt angeordnet sind. Der bereits im 15. Jahrhundert blühende Markt erlangte ab dem 17. Jahrhundert, nach dem Beginn des Handels mit Seidenraupen und deren Produkten, eine besondere Bedeutung.
Heute ist er mit fast 600 Händlern in öffentlichen Bereichen und Anbietern von landwirtschaftlichen Produkten, hinsichtlich der Größe und der Anzahl von Ständen einer der größten Märkte in der Region. Er hat eine optimale Zusammensetzung, da es sich um viele Waren von guter Qualität handelt.
In Lugo gibt es das ganze Jahr über mehrere wiederkehrende Messen und Märkte, wie z.B. den Antiquitätenmarkt, den Bauernmarkt und den Biomarchè mit qualitativ hochwertigen, umweltfreundlichen lokalen Bio-Produkten.

Lugo hat eine sehr interessante Altstadt, die von der Entwicklung der zivilen und religiösen Architektur im Laufe der Jahrhunderte zeugt.

Neben den symbolischen Sehenswürdigkeiten der Stadt (siehe oben) gibt es weitere Orte von besonderem Interesse.

Neben dem Theater liegt die Trisi-Bibliothek, die eine bemerkenswerte Sammlung von Büchern, Manuskripten, Inkunabeln und Ausgaben aus dem 16. Jahrhundert enthält.

Es gibt zahlreiche Kirchen mit künstlerischer Bedeutung. Die Kirche del Carmine wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts im Barockstil errichtet. Im Inneren befinden sich die Orgeln von Callido und Gatti, auf denen der junge Rossini übte. Die Kirche del Suffragio mit ihrer reichen barocken Ausstattung und das Oratorium Sant’Onofrio bewahren wertvolle Gemälde von Ignazio Stern. Die 1471 erbaute Stiftskirche mit ihrem schönen Kreuzgang ist das Werk von Cosimo Morelli. Von großer Bedeutung ist die „Beweinung des toten Christus“ (15. Jh.), eine polychrome Terrakottagruppe, die in der Kirche San Francesco di Paola aufbewahrt wird.

Nicht weit vom Stadtzentrum entfernt, in der Via di Giù, befindet sich der jüdische Friedhof, der von einer großen jüdischen Gemeinde in Lugo ab dem 16. Jahrhundert zeugt. Am südlichen Eingang der Stadt steht das Oratorium Croce Coperta aus dem 15. Jahrhundert mit einem wunderbaren Freskenzyklus, der der Ferrareser Schule des 15. und 16. Jahrhunderts zuzuschreiben ist. Im Norden der Stadt, nur einen kurzen Spaziergang vom Zentrum entfernt, liegt der schöne grüne Parco del Loto in der Nähe des Canale dei Mulini. Der Radweg entlang des Kanals ist wegen der zahlreichen hydraulischen Konstruktionen und Artefakte und der vielfältigen Umweltaspekte eine höchst interessante Strecke.

Nennenswert in der Umgebung von Lugo sind die Kirche Campanile mit ihrem alten zylindrischen Glockenturm mit ihrem zwei- und dreibogigen Fenstern im reinen byzantinisch-ravennischem Stil (9. Jh.) und die Kirche Ascensione aus dem Jahr 1534, deren Fassade, Seiten und Apsis deutliche Einflüsse des 16. Jahrhunderts aufweist. Die Kirche ist mit bemerkenswerten Fresken geschmückt, die allerdings nur noch in der Apsis vollständig sind.

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