Forlimpopoli

Forlimpopoli wurde in der Mitte des 7. Jahrhunderts zum ersten Mal von den Langobarden und ein paar Jahre später, nachdem Dante Alighieri zu Beginn seiner Verbannung dort Zuflucht gefunden hatte, dem Erdboden gleichgemacht. Trotzdem wurde die Stadt jedes Mal wieder aufgebaut, was den Eigensinn zeigt, der allen Bewohnern der Romagna eigen ist, der auch in ihren berühmtesten Monumenten zum Ausdruck kommt. Eines davon ist die herrliche Ordelaffa-Festung (eine der am besten erhaltenen der Romagna), die auf dem Grundriss einer romanischen Kathedrale erbaut wurde und Schauplatz der Empfänge von Caterina Sforza und des geheimnisvollen Todes von Barbara Manfredi war. Auch das Kino „G. Verdi“, das als architektonisches Juwel des 19. Jahrhunderts gilt und wegen der blutigen Tagen des Briganten „Passatore“ bekannt ist, gehört zu den herausragenden Beispielen der Baukunst. Im selben Komplex zeugt das Archäologiemuseum „T. Aldini“ von den antiken Beziehungen der im 2. Jh. v. Chr. von den Römern gegründeten Stadt zur Essenskultur (auch im materiellen Sinn). Ausgestellt sind die charakteristischen Weinamphoren, die in den dortigen Öfen hergestellt wurden und deshalb „Typ Forlimpopoli“ genannt werden. Durch diesen Bezug zur Esskultur entwickelte sich im Laufe der Zeit auch ein Landwirtschafts- und Pferdemarkt, der seine Vollendung in der Person und im Werk „Die Wissenschaft in der Küche und die Kunst des guten Essens“ von Pellegrino Artusi fand, das nicht nur in der Geschichte des Kochens, sondern auch bei der Entstehung des Staates Italien im Risorgimento eine zentrale Rolle einnimmt. Das erste und einzige Kulturzentrum Italiens namens „Casa Artusi“, das der Hausmannskost gewidmet ist, trägt seinen Namen. Es befindet sich in der Gebäudeanlage der Kirche dei Servi, die ein außergewöhnliches Beispiel barocker Architektur darstellt und auf einem Renaissance-Fundament errichtet wurde. In der Kirche kann man wertvolle Kunstwerke, wie das Altarbild mit der Darstellung der Verkündigung von Marco Palmezzano, besichtigen.

Das Archäologiemuseum „T. Aldini“ bietet dem Besucher einen doppelten Rundgang: zum einen können die Räume des Museums besichtigt werden, das in einigen der eindrucksvollsten Sälen der Ordelaffa-Festung untergebracht ist, mit den außergewöhnlichen Überresten der romanischen Kathedrale, auf der die Festung erbaut wurde, zum anderen bietet das Museum verschiedene Sammlungen – hauptsächlich aus der Römerzeit – in denen die Zeugnisse des täglichen Lebens, wie Weinamphoren vom „Typ Forlimpopoli“, einige große Mosaike, eine bewegliche Knochenpuppe oder ein kurioses Kalksteinschild eines Färbers besondere Beachtung verdienen. Im Museum finden auch immer wieder wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst statt, die in einen faszinierenden Dialog mit den ältesten Fundstücken treten.

Das kleine Stadttheater ist einzigartig unter den Theatern, die im 19. Jahrhundert in der Romagna erbaut wurden. Es wurde 1830 eingeweiht und befindet sich im ehemaligen „Ehrensaal“ der Festung. Im Jahre 1878 wurde es von dem Architekten Fabbri (1843-1905) aus Bertinoro vergrößert, wobei die ursprüngliche Struktur durch zwei Reihen von Galerien ersetzt wurde, die von eleganten gusseisernen Säulen getragen werden. Der große, von Paolo Bacchetti für diesen Anlass bemalte Vorhang wird heute in der nahe gelegenen Ratskammer aufbewahrt.

Im Inneren erinnert eine Gedenktafel an den berühmt-berüchtigten Überfall der Passatore-Bande am 25. Januar 1851. 2020 wurde das 100. Jubiläum seiner Filmvorführungen gefeiert.

Casa Artusi ist das erste und einzige kulinarische Zentrum in Italien, das sich der Hausmannskost widmet. Es liegt im Häuserblock dei Servi entlang der Promenade aus dem 19. Jahrhundert, die den Bahnhof mit dem Hauptplatz der Stadt verbindet, wo sich neben den Unterrichtsräumen der Kochschule und den Museumsräumen (einschließlich der Rekonstruktion mit der Originaleinrichtung des florentinischen Arbeitszimmers von Artusi) auch die Stadtbibliothek (die auch eine Spezialabteilung über die Gastronomie enthält), ein Restaurant (in dem nach dem Diktat von Artusi die Rezepte der italienischen Küchentradition serviert werden) und ein Konferenzraum befinden, der in der Kirche der Diener aus dem 15. Jahrhundert untergebracht ist (in der Werke von Palmezzano und Modigliani zu besichtigen sind). Casa Artusi ist das erste und einzige kulinarische Zentrum in Italien, das sich der Hausmannskost widmet. Es liegt im Häuserblock der Diener entlang der Promenade aus dem 19. Jahrhundert, die den Bahnhof mit dem Hauptplatz der Stadt verbindet, wo sich neben den Unterrichtsräumen der Kochschule und den Museumsräumen (einschließlich der Rekonstruktion mit der Originaleinrichtung des florentinischen Arbeitszimmers von Artusi) auch die Stadtbibliothek (die auch eine Spezialabteilung über die Gastronomie enthält), ein Restaurant (in dem nach dem Diktat von Artusi die Rezepte der italienischen Küchentradition serviert werden) und ein Konferenzraum befinden, der in der Kirche der Servi aus dem 15. Jahrhundert untergebracht ist (in der Werke von Palmezzano und Modigliani zu besichtigen sind).

Spinadello, die Hebeanlage des Konsortiums für die Wasserversorgung der Gemeinden Lugo, Cotignola, Forlimpopoli und Bertinoro, die 1928 gegründet wurde, liegt in der wunderschöne Naturoase am Fluss Ronco. Das Gebäude, das den Übergang vom eklektischen zum rationalen Stil, bei dem die Form der Funktion untergeordnet wird, verdeutlicht, dient heute als Besucherzentrum, Veranstaltungs- und Ausstellungsort. Hier kann man eine Erkundungstour des Naturparks Meandri del Ronco beginnen, in dem zwei kleinen Seen liegen, in denen Blässhühner nisten. Hier sind eine Fülle an außergewöhnlichen Ausblicken zu entdecken, und nicht selten stößt man auf Rehe, Füchse und andere Tiere, die man in ihrem natürlichen Habitat beobachten kann.

Im Geburtsort von Pellegrino Artusi gibt es natürlich ein breites Angebot an verschiedenen und originellen kulinarischen Köstlichkeiten, die es nicht nur während des Artusi-Festes gibt, wenn sich die ganze Altstadt in ein großes Mosaik aus typischen Restaurants (die typische Gerichte aus allen Regionen Italiens zubereiten) und Marktständen (mit Produkten nach der 0-km-Philosophie) verwandelt, sondern das ganze Jahr über. Abgesehen vom Restaurant Casa Artusi, das offiziell die Aufgabe hat, die nationale Küche zu repräsentieren, gibt es in der Stadt Restaurants für alle Geschmäcker – von reinen Fischrestaurants bis hin zu Restaurants mit veganer Küche, Piadinerie, ethnische Restaurants, Pizzerien, die besten Restaurants mit romagnolischer Küche oder ein stimmungsvolles Lokal, das in einer entweihten Kirche untergebracht ist. Neben den zahlreichen Einzelhandelsgeschäften (darunter die jahrhundertealte Tradition der Pferdemetzger) ist der Lebensmittelmarkt erwähnenswert, der jeden Donnerstag stattfindet und auch einen Bereich für Bioprodukte hat, der sogar Käufer aus den umliegenden Städten anzieht.

FESTUNG

Die imposante Ordelaffa-Festung stellt das pulsierende Herz des Stadtlebens dar. Die erste Festung wurde zwischen 1361 und 1363 im Auftrag des Kardinallegaten Albornoz auf den Ruinen der romanischen Kathedrale errichtet, die er selbst zerstören ließ. Im Jahr 1379 führte der Herrscher der Stadt, Sinibaldo Ordelaffi, einen ersten Umbau der Festung durch, während Pino III. zwischen 1471 und 1480 dem Bauwerk seine heutige Größe und sein heutiges Aussehen verlieh. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Herrschaft über den Komplex von der Familie Riario-Sforza über die von Cesare Borgia, Rangoni und Zampeschi. Mit der Ankunft der Franzosen am Ende des 18. Jahrhunderts verlor die Festung an Bedeutung und ging schließlich an die neue Gemeinde Forlimpopoli über. Der große Saal wurde zum Sitz des Gemeinderats, in dem man noch heute die kleine Palatin-Kapelle bewundern kann, die mit Fresken des Francesco Longhi (1544-1618) aus dem 17. Jahrhundert geschmückt ist. Sehenswert ist auch der große Vorhang des Stadttheaters, der Ende des 19. Jahrhunderts von Paolo Bacchetti (1848-1886) bemalt wurde und die Zerstörung von Forlimpopoli und den Einzug des Kardinals Albornoz in die Stadt darstellt. Neben dem Rathaus liegt auch das Theater „Verdi“ und das archäologische Museum der Stadt in der Festung.

PELLEGRINO ARTUSI

Der Schriftsteller und Gastronom Pellegrino Artusi ist der allseits anerkannte Vater der italienischen Küche. Er wurde am 4. August 1820 als einziger Sohn der 13 Kinder von Agostino und Teresa Giunchi in Forlimpopoli geboren. Bereits in jungen Jahren wurde er von seinem Vater angehalten, sich um die Geschäfte der Familie zu kümmern. Nachdem die Familie Artusi am 25. Januar 1851 von einer Räuberbande mit dem Anführer Stefano Pelloni überfallen worden war, beschloss sie, nach Florenz umzusiedeln. Dort machte Pellegrino sein Vermögen und zog sich dann aus der Gesellschaft zurück, um sich seiner Liebe zur Literatur zu widmen. Er veröffentlichte zwei Studien über Foscolo und Giusti und im Alter von 70 Jahren das Meisterwerk der gastronomischen Literatur „Die Wissenschaft in der Küche und die Kunst des guten Essens“, das einen Meilenstein in der Literatur des Risorgimento darstellt. Die Stadt Forlimpopoli hat Artusi, dem internationalen Botschafter der italienischen Küche, das erste Kulturzentrum für Hausmannskost gewidmet.

KIRCHE DER DIENER

Im 15. Jahrhundert begannen die Servitenpatres mit dem Bau einer Kirche und eines angrenzenden Klosters auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses der Bruderschaft „Confraternita dei Battuti Neri“. Im Jahre 1707 wurde das Gebäude durch den Bau von acht mächtigen Säulen modernisiert, die dem Saal einen runden Grundriss gaben und das imposante elliptische Dach stützten. Wegen der Auflösung des Klosters unter Napoleon verließen die Servitenpatres im August 1797 die Gebäudeanlage. Im Inneren stehen sechs mit Stuck und wertvollen Kunstwerken geschmückte Altäre an den Wänden: darunter der Verkündigungsaltar mit dem gleichnamigen Altarbild von Marco Palmezzano (1463-1539), die Verzierungen der Orgeltüren aus dem Jahr 1576 des Malers Livio Modigliani aus Forlì (1565-1606) und die beiden großen Gemälde aus dem späten 16. Jahrhundert, die „Das Massaker an den Unschuldigen“ und „Das Wunder vom Berg Amiata“ darstellen und an den Seiten des Hochaltars aufgehängt sind. An der Südseite des Presbyteriums befindet sich die Kapelle des Unbefleckten Herzens Mariens, die 1634 von den Battuti Neri erbaut und von dem Maler Paolo Bacchetti (1848-1876) aus Forlimpopoli ausgestaltet wurde. Nach den derzeit stattfindenden Restaurierungsarbeiten wird der Glockenturm mit seinem wunderschönen Ausblick über Forlimpopoli bald wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

BASILIKA SAN RUFILLO

Die Kirche ist dem Heiligen Rufillo gewidmet, dem ersten Bischof der Diözese Forlimpopoli, der im 4. Jahrhundert n. Chr. lebte. Archäologische Untersuchungen datieren die älteste Bauphase der Kirche zwischen dem 6. und 8. bis 9. Jahrhundert n. Chr. Zwischen 1819 und 1821 wurde das Gebäude vergrößert und in klassizistischem Stil umgebaut wie es heute zu sehen ist. Außen wurde an der Fassade ein Pronaos angebracht, unter dem sich die beiden Sarkophage aus Istrienstein von Brunoro I. und Brunoro II. Zampeschi, den Herrschern von Forlimpopoli, aus dem 16. Jahrhundert befinden. Im Presbyterium steht der alte bischöfliche Marmorstuhl mit einem hölzernen Chor aus dem 18. Jahrhundert. In der Kapelle des Heiligen Sakraments befindet sich ein Altarbild, das dem Maler Giuseppe Marchetti (1722-1801) aus Forlì zugeschrieben wird. Paolo Bacchetti (1848-1886) aus Forlimpopoli verdanken wir den Bildzyklus der Apsiskalotte und des Mittelschiffs, der zwischen 1881 und 1882 ausgeführt wurde. Draußen, am Fuße des Glockenturms im lombardischen Stil aus dem Jahre 1521, wurde ein marmorner Löwenkopf aus der Römerzeit eingemauert

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