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Florenz

Unser Weg führt uns auf die Spuren einer Stadt, die als solche weniger bekannt ist als das mittlerweile als Ikone geltende Florenz der Renaissance: Ein
Florenz, in dem Dante Alighieri von seiner Geburt (1265) bis zum Exil (1302) lebte. Ein Ort, der für Dante auf unvermeidliche Weise mit Liebe und Schmerz verbunden war und in der Göttlichen Komödie immer wiederkehrt.

In diesen Jahren erfuhr Florenz in allen Bereichen (Kultur, Politik, Religion, Kunst, Wirtschaft, Stadtleben) tiefgreifende Veränderungen, welche die Identität der Stadt deutlich prägten. In den letzten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts wurden diverse Gebäude mit Symbolcharakter, wie die Kathedrale Santa Maria del Fiore, der Palazzo Vecchio und die Basiliken Santa Croce und Santa Maria Novella errichtet. Ein Ort, der zusammen mit dem Baptisterium am ehesten die typische Spiritualität der Zeit Dantes auszudrückenvermag, ist zweifelsohnedieromanische Abteikirche San Miniato al Monte, die unter anderem im Fegefeuer (7. Gesang) genannt wird. Doch neben diesen Orten – die von dem berühmten Dichter mehr oder weniger direkt erlebt wurden – gibt es viele weitere Belege aus den verschiedensten Epochen, die davon zeugen, wie eng die Stadt mit dem Geist Dantes verbunden ist. Dies gilt zum Beispiel für die vielen Portraits Dantes aus dem Mittelalter bis hin ins 19. Jahrhundert; für die mehr oder weniger von der Göttlichen Komödie inspirierten Gemäldezyklen; für die 33 berühmten Dante-Gedenktafeln, die vor allem im Mittelalterviertel anzufinden sind. Das Erbe des berühmten Dichters stets lebendig und greifbar zu halten, ist die wichtigste Aufgabe der Italienischen Dante-Gesellschaft, die im Antiken Palais Palazzo dell’Arte della Lana ansässig ist und ihrem Auftrag auch mittels der traditionellen Dantelesungen Lectura Dantis nachkommt.

„in meiner schönen Johanniskirche …“ (Die Hölle XIX.17): Mit diesen liebevollen Worten bezieht Dante sich auf das Baptisterium San Giovanni; die Florentiner Taufkirche, in welcher der Dichter selbst getauft wurde und an die er in der Hoffnung auf seine Rückkehr in die Heimatstadt denkt (Das Paradies, XXV. Gesang). Das Baptisterium ist dem Heiligen Schutzpatron der Stadt Florenz, Johannes dem Täufer, geweiht. Es handelt sich um ein romanisches Gebäude von außerordentlichem Interesse im religiösen Herzen der Stadt. Errichtet wurde die achteckige Taufkirche wahrscheinlich im Laufe des 11. Jahrhunderts über den Überresten eines Gebäues aus römischer Zeit.; während die Taufkirche außen von nüchternen, geometrischen Marmordekorationen geziert wird, erstrahlt ihr Inneres dank dem großartigen goldenen Mosaik der Kuppel, das von einem gewaltigen, als Weltenrichter dargestellten Christus beherrscht wird und wahrscheinlich als Inspirationsquelle für die Göttliche Komödie fungierte.

Die typischen Gerichte sind einfach und schlicht: Vom berühmten Steak nach Florentiner Art (stets dick und blutig) bis hin zu den typischen Gerichten der bäuerlichen Tradition (oft aus Brot, wie der Brotbrei „Pappa al Pomodoro“ und die Brotsuppe „Ribollita“). Nicht fehlen darf dabei natives Olivenöl extra. Und dann natürlich die kuttelähnliche Zwischenmahlzeit Lampredotto, die im Brötchen serviert wird und die man an eigenen Buden ganz im Streetfood- Stil genießen kann. Die typischen Süßspeisen gehen fest mit bestimmten Anlässen oder dem saisonalen Angebot einher. So zum Beispiel der Traubenkuchen Schiacciata all’uva und der typische Faschingskuchen Schiacciata alla Fiorentina. Was den Wein betrifft, so steht die Region ganz im Zeichen des Chianti, und zwar mit verschiedenen DOC- und DOCG- Weinen: kräftige Rotweine, frische und feine Weißweine sowie der berühmte Dessert- oder Messwein.
Die Spezialitäten der Florentiner Küche kann man in Haubenrestaurants, Gasthäusern und Weinschenken genießen. Die Stadt hält für jeden Geldbeutel das richtige parat.

Das Gedenken an Dante zeigt sich auch in den zahlreichen Portraits, welche in der ganzen Stadt zu finden sind und von dem außerordentlichen Ruhm zeugen, der den Dichter vom 14. Jahrhundert bis in unsere Tage begleitet hat. Die ältesten Darstellungen Dantes befinden sich im Nationalmuseum Bargello (Cappella della Maddalena, Werk von Giotto und Schülern), im Palazzo dei Giudici e Notai (in der Via del Proconsolo) sowie in der Kapelle Cappellone degli Spagnoli in der Kirche Santa Maria Novella, Werk von Andrea Bonaiuti. Als eines der berühmtesten Gemälde gilt zweifelsohne „Dante und die drei Reiche“ (Domenico di Michelino, 1465, Kathedrale Santa Maria del Fiore). Dante ist auch in dem Freskenzyklus „Fresken berühmter Männer und Frauen“ zu sehen, der um 1450 von Andrea del Castagno geschaffen wurde und heute – im Inneren der Uffizien – in der ehemaligen Kirche San Pier Scheraggio zu sehen ist (ein Ort, der vor der Errichtung des Palais Palazzo die Priori bzw. Palazzo Vecchio auch von Dante selbst für politische Versammlungen genutzt wurde).
Es gibt auch viele Skulpturen, Monumente zu Ehren des Dichters aus dem 19. Jahrhundert, entstanden in einer Zeit, in welcher der Kult für die großen Italiener der Vergangenheit besonders intensiv gelebt wurde. Die Basilika Sante Croce, Pantheon für viele italienische Berühmtheiten, präsentiert gleich zwei davon: Eine ist die Statue auf dem Kirchplatz, die von Enrico Pazzi geschaffen und anlässlich der Dante-Feierlichkeiten im Jahr 1865 in der Mitte des Platzes aufgestellt wurde; die zweite, das Ehrengrab Dantes von Stefano Ricci (1829), befindet sich im Inneren der Basilika und zeigt als rhetorisches Monument den Dichter neben den Allegorien Italiens und der Dichtung. Aus dem Jahr 1842 stammt die Statue Dantes, die neben anderen Berühmtheiten der Toskana in einer der 28 Nischen des von Vasari geschaffenen Bogengangs der Uffizien aufgestellt wurde.
Von der umstrittenen Totenmaske gibt es mehrere Exemplare in der Stadt: im Dantehaus und -museum, im Palazzo Vecchio und im Nationalmuseum Bargello.

Raffinierte Werke, die nicht in Museen zu finden sind. Ergebnis von meisterhaftem Können, handwerklichem Bemühen, Innovation und Tradition. Einzigartige Werke: die Produkte der Handwerkskunst. Silber, Gold, Leder, Glas, Keramik, Seide, Essenzen, Stickereien, Schuhe. Gegenstände, die in den Handwerksstuben von Florenz, und hier insbesondere im Stadtviertel Oltrarno, Form annehmen. Die Welt des Handwerks besteht aus Menschen, die Können und Wissen von unschätzbarem Wert bewahren und weitergeben.
Die Leidenschaft fürs Handwerk der Stadt Florenz hat zur Gründung zweier spezifischer Veranstaltungen geführt. „Artigianato e Palazzo“ will dem Beruf des Handwerks in unserer Zeit eine neue Position einräumen und findet jedes Jahr im Park Giardino Corsini statt. In der Festung Fortezza da Basso hingegen wird die internationale Handwerksmesse Mostra Internazionale dell’Artigianato veranstaltet, die im Jahr 1931 gegründet wurde und an der Handwerker aus aller Welt teilnehmen.

Dieses Viertel liegt zwischen der Piazza della Signoria, der Kirche Orsanmichele, dem Turm Torre della Castagna, dem Oratorium der Buonomini di San Martino und der Abteikirche Badia Fiorentina. Es ist das mittelalterliche Herz der Stadt Florenz, mit ihren kleinen Gassen und ihren charakteristischen Turmhäusern, die sowohl der Behausung als auch der Verteidigung dienten. Im Dante-Haus, dem Nachbau eines Turmhauses aus dem 19. Jahrhundert, ist das Dante- Museum untergebracht, in dem das Leben und die Werke des berühmten Dichters präsentiert werden; es liegt nur wenige Schritte von der Kirche Santa Margherita de’ Cerchi (der „Kirche Dantes“) entfernt, wo der Dichter Überlieferungen nach Gemma Donati geheiratet und Beatrice kennengelernt haben soll (die Familie Portinari wurde hier bestattet). In diesem Viertel finden sich die meisten Dante-Gedenktafeln mit Zitaten aus seinem Meisterwerk, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts angebracht wurden, um die Verbindung zwischen Dante und den in der Göttlichen Komödie erwähnten Orten und Personen lebendig zu erhalten.

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