Codigoro

Das gesamte Gemeindegebiet erstreckt sich vom Po di Volano, der das Stadtzentrum durchquert, über die weiten Wald- und Piniengebiete des Po-Deltas bis hin zur Adria, wo der kleine Hafen im historischen Weiler Volano liegt, und ist ein wahres Juwel, in dem Umwelt, Geschichte und Denkmäler harmonisch koexistieren.

Noch heute verweist der antike Name Caput Gauri, nach dem der renommierten nationale Poesiewettbewerb benannt wurde, an den mittelalterlichen Glanz des Codigoro-Gebiets, an dem der Po di Goro lag.

Die Entwicklung von Codigoro im Laufe der Jahrhunderte ist auf die Abtei Pomposa zurückzuführen, die im Mittelalter ein blühendes Zentrum des Christentums darstellte.

Die Geschichte des Gebietes ist untrennbar mit der Urbarmachung verbunden, die um das 7. Jahrhundert von den Benediktinermönchen begonnen wurde.

Am Stadtrand von Codigoro liegt die Naturoase La Garzaia, auch bekannt als die Stadt der Reiher. In dieser 8 Hektar großen grünen Lunge nisten zahlreiche im Po-Delta einheimische Vogelarten. Ein Besuch in La Garzaia ist zweifellos ein Muss für Liebhaber des Umwelttourismus und des Birdwatching.

Nicht weit von La Garzaia entfernt befindet sich das Consortio di Bonifica Pianura di Ferrara (Konsortium für die Urbarmachung der Ebene von Ferrara), das zwischen 1872 und 1874 errichtet wurde. Es handelt sich um ein imposantes Hebewerk, das ein Symbol für die gewaltige Urbarmachung der vergangenen Jahrhunderte und gleichzeitig für den Schweiß und die Mühen tausender Karrenzieher ist, denen wir die Verwandlung von tausenden Hektar sumpfigen Landes in fruchtbare Gebiete verdanken. Vom Sitz des Konsortiums für Urbarmachung beginnt die eindrucksvolle Bassaniano-Route, die Geschichte, Umwelt und Literatur ganz im Sinne des berühmten Romans „L’Airone“ von Giorgio Bassani miteinander verwebt. Der holländische Künstler Joos Peeters hat in bewundernswerter Weise einige Fassaden der wichtigsten Denkmäler der Gegend gemalt und dabei in der Handschrift des Autors Passagen aus dem Roman transkribiert.

Vom Konsortium für die Urbarmachung zum Rathaus und zum Bischofspalast, der im 9. Jahrhundert im Auftrag des Abtes von Pomposa erbaut wurde und seit 1978 Sitz der Stadtbibliothek ist, und dann weiter bis zum Damm des Po di Volano und vielen anderen charakteristischen Orten, führt die Bassaniano-Route den Besucher auf einer zwischen Realität und literarischer Fantasie schwebenden Reise, die bis zum Iat-Gebäude der Abtei Pomposa und dem antiken Borgo di Volano führt.

Die Abtei Pomposa, die von Guido Monaco, dem Erfinder der Notenschrift, als „monasterium in Italia princeps“ bezeichnet wurde, war eine Schatzkammer der Kunst, des Glaubens, der Kultur und der jahrtausendealten Geschichte. Sie war eine treibende Kraft des Wissens und lag im Herzen des Po-Deltas, der auch für römische Pilger einen neuralgischen Angelpunkt darstellte. Im Jahr 1001 erreichte die Abtei Pomposa durch die Erlangung des Titels Reichsabtei den Höhepunkt ihres Ansehens, wodurch sie nicht nur an Macht gewann, sondern auch zu einem führenden Zentrum der christlichen Spiritualität und Kultur jener Zeit wurde. Wenn Giotto seine Spuren auf den Fresken des Abteikapitels hinterlassen hat, so ist die Figur des Heiligen Pier Damiani, der zusammen mit dem Heiligen Guido degli Strambiati in der Abtei Pomposa lebte, nicht weniger bedeutend. Anlässlich der Jährung des siebenhundertsten Todestages von Dante Alighieri, der sich während seiner letzten Reise von Venedig nach Ravenna für kurze Zeit im Abteikomplex aufhielt, hat die Gemeinde Codigoro ein reichhaltiges Programm an Veranstaltungen geplant, um die Figur des Obersten Dichters bestmöglich zu feiern. Das gesamte Gemeindegebiet erstreckt sich vom Po di Volano, der das Stadtzentrum durchquert, über die weiten Wald- und Piniengebiete des Po-Deltas bis hin zur Adria, wo der kleine Hafen im historischen Weiler Volano liegt, und ist ein wahres Juwel, in dem Umwelt, Geschichte und Denkmäler harmonisch koexistieren.

Am linken Ufer des Po di Volano, in der Nähe des Torre della Finanza, zieht die Brackwasseroase Valle Canneviè-Porticino die Blicke derjenigen auf sich, die über die Provinzstraße 54 fahren. Das seit dem 16. Jahrhundert zum Besitz des Herzogs Alfonso I. d’Este gehörende Tal erstreckt sich über 64 Hektar, das teils landauf, teils landunter liegt und dessen Gewässer mit Schilf, Binsen, Tamarisken und Büschen bewachsen ist. Um das Gebiet stehen alte Landhäuser, die einst als Lager für Fischereigeräte dienten. Die Oase Valle Canneviè-Porticino ist ein Naturparadies innerhalb des Po-Delta-Parks, in dem zahlreiche Weiß-, Rot- und Graureiher sowie rosa Flamingos, Pfeifenten, Schwarzflügelstelzen, Raubvögel, Stockenten, Brandgänse und viele andere Exemplare leben. Sie steht auf der Liste der Feuchtgebiete, in dem jährlich eine Zählung der Wasservogelwelt durchgeführt wird. Im Jahr 1958 diente sie dem Regisseur Aglauco Casadio als Naturkulisse für „Un ettaro di cielo“. Durch den Film mit Marcello Mastronianni und Rosanna Schiffino in den Hauptrollen wurde die Oase bekannt und zog das Kinopublikum an. Inspiriert von diesem Brackwassergebiet drehte Mario Soldati einige Jahre zuvor im Jahr 1954 direkt in Canneviè einige Szenen des Kolossals „Die Frau vom Fluß“ mit Sophia Loren und Rick Battaglia in den Hauptrollen.

Mitten im Fluss- und Deltagebiet von Volano erhebt sich die imposante viereckige Form des Finanzturm, ein Gebäude, das zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Flusszollstelle an der Mündung ins Meer errichtet wurde. Der Torre della Finanza, der nach der Zoll- und Finanzbehörde benannt ist, die ihn im letzten Jahrhundert nutzte und dort eine Kaserne einrichtete, überwachte nicht nur den Handelsverkehr auf dem Wasser, sondern erfüllte auch Verteidigungsfunktionen im Gebiet des Po-Deltas. Er wurde von der Agenzia del Demanio im Rahmen des Föderalismus des Staatseigentums an die Stadtverwaltung übergeben. Heute finden im Torre della Finanza, der dank europäischer Mittel renoviert wurde, Ausstellungen, offizielle Veranstaltungen, kleine Konzerte und Themenabende statt. Von seinen Fenstern kann man die Naturoasen Valle Nuova und Valle Bertuzzi sehen und die prächtigen rosa Flamingos bewundern, die sich dort angesiedelt haben.

Mit den landwirtschaftlichen 0-km-Erzeugnisse wie Reis, Kürbisse, Tomaten, Kartoffeln, aber auch die feinen Vini delle Sabbie hat sich Codigoro auf allen lokalen Märkten und darüber hinaus einen Namen gemacht. Auch die Fertigungs- und Verarbeitungsbranche hat auf dem italienischen und europäischen Markt eine führende Rolle. Grandi Riso ist der viertgrößte Reisproduzent Italiens und Conserve Italia eine Fabrik, die Tomaten und Obst zu Konserven verarbeitet. Es sind zwei echte Spitzenunternehmen der Emilia-Romagna und des nationalen Produktionsnetzes. Um die typischen lokalen Produkte zu fördern, organisiert die Gemeinde Codigoro in enger Synergie mit den lokalen Einrichtungen für ehrenamtliche Arbeit Feste und Veranstaltungen, die jedes Jahr Feinschmecker, Besucher und Neugierige von überall her anziehen. Die Sagra della Zucca (Kürbisfest) von Pontelangorino (Ende August), die Sagra del Pomodoro (Tomatenfest) (während der Kirchweih von Santa Croce in Codigoro), die Sagra del Riso (Reisfest) und die Sagra della Patata (Kartoffelfest) (zwischen September und Oktober in Pomposa) und die Sagra del Bollito (Suppenfleischfest) (während der Kirchweih von San Martino in Codigoro) waren schon immer authentische Höhepunkte der gastronomischen Tradition von Codigoro, die nur im Jahr 2020 wegen der Pandemie verschoben wurden.

Die Gemeinde Codigoro gehört zu den Gründern des Netzwerks der Città della Patata, in dem sich zwanzig öffentliche Einrichtungen aus allen Regionen zusammengeschlossen haben, die sich dem Anbau und der gastronomischen Förderung der Kartoffel widmen.

Auch die lokalen Weine aus den Sandböden rund um die Abtei Pomposa sind in der ganzen Welt bekannt. Der Name Codigoro ist untrennbar mit der Anwesenheit der Benediktinermönche verbunden, die im Hochmittelalter in Codigoro lebten

Im Mittelalter leiteten sie eine Weinbautradition ein, die über die Jahrhunderte überliefert wurde. Heute wird diese erfahrungsreiche Tradition von der Familie Scalambra im Landwirtschaftsunternehmen Corte Madonnina di Pomposa mit viel Engagement weitergeführt.

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