Civitella di Romagna

Civitella di Romagna („Civitatula“, Diminutiv aus dem lateinischen civitas) ist eine im Bidente-Tal gelegene Gemeinde mit etwa 3.800 Einwohnern in der Hügellandschaft auf 219 m ü.M.
Sie ist wegen seiner typischen Produkte, den Kirschenanbau und die Viehzucht bekannt, zeichnet es sich durch ein stattliches Netz von Handwerks- und Kleinbetrieben aus, das die wichtigste und traditionelle Berufung der Gegend, die Landwirtschaft, mit den neuesten Angeboten des Tourismus (Agritourismus, Qualitätsweinbau) verbinden.
Die Entstehung der Ortschaft geht auf die Antike zurück, worauf die Zeugnisse von keltischen Siedlungen, die mindestens auf das 5. Jahrhundert v. Chr. zurückgehen, hinweisen.
Dieses Gebiet war in der Römerzeit mit dem Zentrum von Mevaniola (Galeata), dem „gemauerten Dorf“ verbunden, das vor dem Jahr 1000 erbaut wurde. Im 10. Jh. n. Chr. wurde es zu einem militärischen Vorposten, unterstand dann dem Erzbistum von Ravenna und gehörte lange Zeit zum Besitzung der Äbte von Sant‘Ellero.
Es war Gegenstand erbitterter Auseinandersetzungen zwischen den päpstlichen Mächten, den florentinischen Herrschern und den Adelsfamilien der Romagna (den Grafen von Giaggiolo, den Manfredi von Faenza und den Malatesta), erlitt im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Raubzüge und stand unter verschiedenen Herrschaften, wobei es seine historische Identität bis zur Übernahme durch den Kirchenstaat in der Mitte des 16. Jahrhunderts bewahrte. Zu den sehenswerten Gebäuden gehören der 1920 im neugotischen Stil umgebaute Uhrenturm und die Wallfahrtskirche Suasia.
Erwähnenswert ist die Ortschaft Cusercoli, das virtuelle Tor zum mittleren Bidente-Tal: die antike „Clusum Herculis“ (Herkules-Schleuse) liegt auf einem Felssporn, der sich quer zum Tal befindet und den Fluss zu einem ausgeprägten Umweg zwingt. Auf dem Felssporn erhebt sich die Burg aus dem 13. Jahrhundert, die wie ein majestätisches Segelschiff über dem Tal thront, während die Altstadt an seinen Füßen liegt.
Eine kleine Kuriosität zu den Überresten der mittelalterlichen Festung von Giaggiolo, die in den Besitz der Familie Malatesta überging: Der Legende nach ist sie mit der Liebesgeschichte von Paolo und Francesca, den Protagonisten von Dantes Hölle, verbunden.

Es ist auch als „il Castello“, die Burg, bekannt und konnte trotz umfangreicher Umbauten der einzelnen Gebäude den Charme der mittelalterlichen Stadtstruktur bewahren. Hier können Sie genau die Form eines alten befestigten Dorfes sehen, das von den Türmen der Festung und ihren Überhängen verteidigt wird, die steil in das Wasser des sich darunter schlängelnden Flusses Bidente abfallen.
Auf dem faszinierenden Rundgang entlang der Stadtmauer kann man prächtige Gebäude und antike Geschäfte entdecken und kommt an nicht praktikablen Bereichen, unterirdischen Gängen und verfallenen Wällen vorbei. Hervorzuheben ist der alte Uhrenturm, der zuletzt zwischen 1920 und 1930 im neugotischen Stil umgebaut wurde, und die Schlosskirche aus dem 17. Jahrhundert, die dem Heiligen Antonius von Padua geweiht ist.

Die Burg ist Teil eines architektonischen Komplexes, der im Mittelalter auf einer befestigten Struktur aus der spätrömischen Zeit errichtet wurde. Es ging von den Grafen von Ghiaggiolo auf die Malatesta, die Guidi di Bagno über und kam in den 1970er Jahren in den Besitz der Gemeinde Civitella.
An seinem Fuß befindet sich das antike Dorf, das noch immer bewohnt und durch zwei Tore erreichbar ist. Noch sichtbar ist die Portaccia, neben der das „Hospitale“ steht, das den Pilgern auf ihrem Weg nach Rom über die antike Via Romipeta zur Stärkung diente.
An der Fassade sticht die imposante Kirche San Bonifacio hervor, die im 18. Jahrhundert wieder aufgebaut wurde.
Im Torre della Meridiana befindet sich eine Dauerausstellung von Keramikfliesen mit den Kreuzwegstationen.

Die Majoliken sind keramische Werke von einzigartigem historischem und künstlerischem Wert und außergewöhnlicher Seltenheit. Sie stellen die 14 Stationen des Kreuzweges dar und wurden um die Mitte des 17. Jahrhunderts geschaffen. Am Ende des 18. Jahrhunderts kamen sie auf Wunsch der Grafen Guidi di Bagno nach Cusercoli.
Die 14 Majoliken wurden vor kurzem dank der Intervention des Instituts für Kulturgüter der Region Emilia Romagna in Zusammenarbeit mit dem Restaurierungslabor des Internationalen Keramikmuseums in Faenza sorgfältig restauriert und werden derzeit im „Torre della Meridiana“ der Burg von Cusercoli in einem speziellen Raum ausgestellt, der mit modernen Anlagen ausgestattet und für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Die Ortschaft Civitella, in der vorrangig Landwirtschaft und Viehzucht betrieben wird, bietet Besuchern auf dem Markt, der sonntags vormittags stattfindet, Produkte seines Gebiets an, der in Zusammenarbeit von der Gemeinde, dem Presidio Slow Food und der Kampagne Amica-Coldiretti ins Leben gerufen wurde und die Kenntnis der Bauernhöfe, die Verbreitung der typischen lokalen Produkte und den Konsum von saisonalen und biologischen Produkten fördern soll.
Rindfleisch von mittlerweile seltenen Rassen, die in freier Natur gezüchtet werden, hochwertige und unverfälschte Käsesorten, die nach traditionellen Methoden hergestellt werden (der typische Raviggiolo, ein frischer Kuhmilchkäse, der in Farnblätter eingewickelt wird), typische Brote und Kuchen dieses Territoriums (die Pancia oder Panza, ein Kuchen, der mit Kakao und getrockneten Früchten zubereitet wird), die berühmten Kirschen (die berühmte Morandina), edle Weine (Sangiovese und Trebbiano di Romagna, die zu Fleisch, romagnolischem Fladenbrot, Wurstwaren und Käse passen), feine Pilze und Trüffel, sind wahre Spitzenprodukte dieses Gebiets.
Einige werden auf speziellen Dorffesten gefeiert:

KIRSCHENFEST (sagra della ciliegia): An den letzten beiden Sonntagen im Juni wird die Kirsche, die in diesem Gebiet ihren produktivsten Lebensraum gefunden hat, gefeiert. Zu den Kirschensorten gehören die Morette, Duroni, Stella und die typische und hervorragende Morandina.

PILZFEST (sagra del fungo prugnolo): Dieser Frühlingspilz mit seinem starken und entschiedenen Geschmack wird in Cusercoli am zweiten und dritten Sonntag im Mai gefeiert. Während des vom Tourismusverband organisierten Festes bieten die Essensstände Gerichte an, die mit den typischen Pilzen der Gegend zubereitet werden.

FEST DES WEIßEN TRUEFFELS (sagra del tartufo bianco): Die magische Knolle, eine der besten des Tals, mit ihrem unverwechselbaren Duft, wird an den Ständen, die am zweiten und dritten Sonntag im November in Cusercoli aufgebaut werden, angeboten.

KIRMES DER HEILIGEN (fiera dei santi): Die am 1. November stattfindende Kirmes dient zur Förderung der landwirtschaftlichen und handwerklichen Produktion, bei der Markt von Rindern, Schweinen und Schafen, die aus den lokalen Züchtungen im Mittelpunkt steht.

Im Kunsthandwerk ist die Herstellung von ROSENKRÄNZEN aus Cusercoli erwähnenswert, die meist von Frauen angefertigt wurden, die für die Herstellung der typischen kleinen Ketten vor den Häusern geduldig die Perlen auffädelten und banden. Die Arbeit wird von der Firma Lauretana koordiniert, eine von drei Firmen in Italien, die Rosenkränze in die ganze Welt exportiert.

GEMEINDE CIVITELLA DI ROMAGNA
Viale Roma 19 – Civitella di Romagna
Tel.: 0543 984311
www.comune.civitella-di-romagna.fc.it
TOURISMUSVERBAND CIVITELLA DI ROMAGNA
Piazza Giordano Bruno 7 – Civitella di Romagna
Tel.: 0543 983083
civitella_proloco@libero.it
TOURISMUSVERBAND CHIUSA D’ERCOLE
via D. Piolanti 6 – Cusercoli
Tel.: 0543 989195 – 339 6040349
www.prolocochiusadercole.it
info@prolocochiusadercole.it

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