Castrocaro Terme e Terra del Sole

Die kleine Stadt im toskanisch-romagnolischen Apennin, die in Dantes Fegefeuer (14. Gesang, 16) durch die Rede von Guido del Duca erwähnt wird, ist eine Besichtigung wert, da sie ein wahres historisches, kulturelles, kulinarisches und touristisches Juwel darstellt.
Der breiten Öffentlichkeit ist sie vor allem wegen der exzellenten Thermalanlage, die ihrer Zeit voraus sind, und des Festivals delle Voci Nuove, einer landesweit bekannten Veranstaltung, die sich neuen Talenten widmet, bekannt. Die Kleinstadt hat außerdem das Qualitätszeichen für nachhaltigen Tourismusim Landesinneren, die „Orangefarbene Fahne“, erhalten, das 2005 vom italienischen Touring Club verliehen wurde.
Castrocaro Terme und Terra del Sole verfügen über ein mit der eindrucksvollen Altstadt und den zahlreichen Renaissancegebäuden und antiken Monumenten. Von der Spitze eines Felssporns aus wacht die imposante Festung über die Stadt, die zu den ältesten italienischen Burgen aus dem späten 9. Jahrhundert gehört. Beim Abstieg in das moderne Zentrum, trifft man auf den schönen Park und die Thermalanlage, die ein prächtiges Zeugnis des Art-Déco-Stils darstellt.
Terra del Sole hingegen ist ein Wunderwerk der Renaissance, eine Stadt-Festung, die ein Symbol für die herrschaftliche Macht der damaligen Zeit war und Cosimo de‘ Medici errichten ließ, als dieses Gebiet unter florentinischer Herrschaft stand. Als Ergebnis jenes Humanismus, der den Menschen in den Mittelpunkt des Universums stellte, ist Terra del Sole die Verwirklichung der „idealen Stadt“ in der Vorstellung der Menschen der Renaissance , die sich in einem harmonischen Verhältnis zwischen Raum und Volumen ausdrückt.

Die Termen von Castrocaro sind ein modernes multifunktionales Kurzentrum, in dem alles – Naturquellen, therapeutische Behandlungen, medizinische, ästhetische und thermische Behandlungen – dazu beiträgt, die Gesundheit zu verbessern. Hier findet dank der großartigen und vielfältigen Nutzung des Salz-, brom- und jodhaltiges Wassers und des „samtenen“ Schlamms das Thermenerlebnisses seinen maximalen Ausdruck.

Die Thermalstadt bietet viele Ausflugsmöglichkeiten. Der „Spungone“-Rundgang ist eine einzigartige geologische Besonderheit in Italien. Er stellt ein ökologisches Erbe von großem kulturellen und touristischen Wert mit wunderschönen Landschaften dar.
Die Thermen von Castrocaro sind eine Station auf der Via Romea Germanica, einem der großen europäischen Wege, die nach Rom führen.
Außerdem ist die Stadt ein bevorzugter Ausgangspunkt, um die Einsiedelei von Montepaolo zu erreichen. An diesem bedeutenden Ort von großer Schönheit kreuzten sich die Wege Cammino di Sant’Antonio und Cammino di Assisi.

Castrocaro Terme und Terra del Sole sind zweifellos ein Meilenstein voller historischer, naturalistischer und gastronomischer Höhepunkte, die in einer perfekten Entfernung zu von Dante besungenen Orten wie dem Acquacheta-Wasserfall, Ravenna und Forlì liegen. Sie sollten in einer Rundreise mit eingeplant werden, nicht nur, weil dort  eine der wichtigsten dem Dichter gewidmeten Ausstellungen stattfinden soll.
Zu Beginn der lang erwarteten, potenziellen Eintragung in das Verzeichnis des UNESCO-Welterbes zeigt sich der Thermalort in seiner ganzen Schönheit, eingebettet in ein interregionales Tourismusprojekt, das seine tausendjährige Festung, ein altes Dorf von großem Charme, seine schöne „Schwesterstadt“ Terra del Sole und sein berühmtes Thermalbad miteinbezieht.

In Castrocaro Terme und Terra del Sole kann man die besten önogastronomischen Produkte der Romagna probieren. Es wartet ein Tisch voller Geschmack und einigen Hauptelementen, wie Cappelletti oder Tagliatelle, Fladenbrot, Wurstaufschnitt und Fleisch. Auf den umliegenden Bergen wachsen hingegen renommierte Weinreben, aus denen ausgezeichnete, charakterstarke Weinehergestellt werden: der rote Sangiovese, der weiße Trebbiano, der auch in Italien weit verbreitet ist, und andere Weine wie Albana, Pagadebit und Cagnina. Die Bauernhöfe und Landwirtschaftsbetriebe, die zur Strada dei vini e dei sapori (Wein- und Spezialitätenstraße) der Hügellandschaft von Forlì-Cesena gehören, sind für Besuche und Verkostungen geöffnet.

Festung von Castrocaro
Stolz steht diese Festung auf einem Felssporn, die in Sachen Architektur, Geschichte und Kultur von beträchtlichem Interesse und eine der wichtigsten Festungen der Romagna ist. Sie geht auf das 10. bis 16. Jahrhundert zurück und ist der Austragungsort für mittelalterliche Feste und Falknerei-Vorführungen. Die Besichtigung beginnt im Palazzo del Castellano, in dem das Historische Museum der Burg und der Stadt untergebracht ist. Ausgestellt sind Waffen, Einrichtungsgegenstände, Gemälde, Majoliken aus dem Mittelalter und der Renaissance, die die tausendjährige Geschichte der Festung durch die drei Perioden der Herrschaft über die Burg und die Stadt erzählen. Anschließend steigen die Besucher in das außergewöhnliche und einzigartige Museum Arsenali Medicei hinab, das sich über drei riesige, über 12 m hohe Räume erstreckt. Die nächste Station ist die Weinhandlung Enoteca dei Vini Pregiati Locali, die zur Strada dei Vini e dei Sapori der Provinz Forlì – Cesena gehört. Der Innenhof führt auf die herrliche Panoramaterrasse, von der man einen wunderbaren Ausblick über die Burg von Montepoggiolo im Norden, die nahegelegene Stadt Forlì im Osten und die dahinter gelegene Stadt Ravenna und die Adria hat.

Die Zitadelle von Terra del Sole
Diese befestigte „ideale Stadt“ ist ein wunderbares Beispiel für das neue, menschengerechte Stadtmodell, das im 16. Jahrhundert von Großherzog Cosimo I de’Medici in Italien eingeführt wurde. Es wurde nach den Theorien und Erfahrungen der Militäringenieure und nach dem goldenen Kanon der Symmetrie gebaut, was dem Ganzen eine virtuose räumliche Harmonie verleiht. Sie hat über 13 m hohe und 2 km lange Bastionsmauern, die von 2 Burgen überragt werden. Auf dem zentralen Platz erhebt sich die Kirche Santa Reparata und der Palazzo Pretorio als Symbol der weltlichen Macht, der in den alten Kerkern eine der seltenen konkreten Errungenschaften von Leonardo da Vinci bewahrt: die Wendeltreppe.

Die Festhalle
Die Festhalle ist eines der drei Gebäude der Thermalanlage im Art-Déco-Stil, die sich durch ihr elegantes und edles Aussehen aus dem Panorama der italienischen rationalistischen Architektur der 20 Jahre Faschismus hervorhebt.
Sie wurde 1938 unter der Leitung von Tito Chini eingeweiht und durch die prächtigen Keramikdekorationen mit Metallglitter bereichert, die in den toskanischen Manufakturen von Borgo San Lorenzo hergestellt wurden.
Die Festhalle wurde als ein durchgehender Raum konzipiert, den der Besucher in einer Explosion von Licht und Farbe erleben soll. Die Decke zeigt in einem eleganten Kontrast von Weiß- und Goldtönen die Sternbilder und Tierkreiszeichen. Das Innere erstreckt sich über zwei großzügig strukturierte Etagen und mehrere Säle mit eleganten Dekorationen.
Heute ist die Festhalle ein Raum, indem zahlreiche kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen stattfinden, die Wellness und Kunst verbinden.
Die mitten im Grün des Parks gelegene Festhalle ist der wahre Stolz des Thermalortes und wurde bei vielen Gelegenheiten für den berühmten Gesangswettbewerb „Festival der neuen Stimmen“ genutzt.

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