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Brisighella

Brisighella, einer der schönsten Orte Italiens, ist ein altes mittelalterliches Dorf und Thermalort, der vom Touring Club Italiano aufgrund seiner landschaft- lichen Schönheiten und seiner Natur mit
der orangen Flagge ausgezeichnet wurde. Der Ort liegt inmitten des Regionalparks Vena del Gesso Romagnola im Toskanisch-Emilianischen Apennin an der antiken Via Faentina, die Florenz mit Faenza und Ravenna verbindet (kann heute auch mit dem Zug zurückgelegt werden). Typisch für den Ort sind die drei Felsspitzen bzw. die berühmten drei Hügel, auf denen sich die Festung Roc- ca Manfrediana (14. Jahrhundert), die Wallfahrtskirche Monticino (18. Jahrhundert) und der sogenannte Uhr- turm (19. Jahrhundert) befinden.

Gegründet wurde der Ort im 13. Jahrhundert, als der hier ansässige Herr Maghinardo Pagani da Susinana im Jahr 1290 auf dem Felsvorsprung, auf dem heute der Uhrturm steht, einen Verteidigungsturm errichten ließ, um den Handel zu kontrollieren und den Übergang zwischen der unter der Herrschaft der Ghibellinen stehenden Romagna sowie der unter der Herrschaft der Guelfen stehenden Stadt Florenz zu überwachen. Im Laufe seiner langjährigen mili- tärischen Karriere kämpfte Maghinardo 1289 auf der Seite der in Florenz herrschenden Guelfen in der Schlacht von Campaldino, an der auch Dante Alighieri teilnahm; dann jedoch kämpfte er in Allianz mit den Ordelaffi aus Forlì lange an der Seite der Ghibellinen. Aus diesem Grund kann man wohl sagen, dass er in der Toskana Guelfe war, in der Romagna jedoch Ghibelline. Dieser Widerspruch störte den berühmten Dichter Dante nicht wenig. Im 27. Gesang der Hölle bezeichnet er ihn, ohne jedoch ausdrücklich seinen Namen zu nennen, als den Herren von Imola und Faenze und beschreibt sein politisches Handeln als widersprüchlich:

«Die Städte am Lamone und am Santerno lenkt der Löwe in dem weißen Nest,
der die Partei vom Sommer tauscht zum Winter.»
(Dante Alighieri, Die Hölle, Gesang XXVII, 49-51)

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts gelangte das Land unter die Herrschaft der Manfredi aus Faenza, die bis Ende des 15. Jahrhunderts die Geschicke der Stadt lenkten. Im Jahr 1500 wurde Brisighella von Cesare Borgia ero- bert, und von 1503 bis 1509 stand die Stadt unter der Verwaltung der Republik Venedig.

Von oben wachen eine Festung, eine Kirche und ein mit Zinnen versehener Turm über die Stadt. Brisighella enthüllt sich vor dem Schimmer des Kreidegesteins, vor dem es sich abhebt. Äugelt nach den Pastelltönen der Häuser des Altstadtzentrums. Und erwacht an den Festtagen zu neuen Leben, um den Gästen ein unvergessliches Erlebnis zu bieten. Unbedingt muss man in Brisighella die antike Straße
„Antica Via del Borgo“, die auch „Via degli Asini“ (Eselsstraße) genannt wird, nehmen: Diese weltweit einzigartige Straße verläuft auf Höhe des ersten Stockwerks und ist praktisch komplett in eine Häuserreihe eingebunden. Sehenswert ist auch die Pfarrkirche Pieve di San Giovanni in Ottavo, die auch Pieve del Thò genannt wird. Und weiter geht es zu den drei Hügeln, den Tre Colli. Die Festung Rocca Manfrediana wurde im 14. Jahrhundert von der in Faenza herrschenden Adelsfamilie Manfredi errichtet, um später an Venedig überzugehen. Auf dem Felsvorsprung eines der drei Hügel steht der Uhrturm Torre dell’Orologio. Auf dem dritten Hügel thront die Wallfahrtskirche Madonna del Monticino, die aus dem 18 Jahrhundert stammt. Wenn man den Ort verlässt und in das wunderschöne Umland eintaucht, kann man der Grotta Tanaccia, einer der schönsten Grotten des Regionalparks Vena del Gesso, eine Besuch abstatte: die Grotte ist das Ergebnis von Karstphänomenen und kann das ganze Jahr über besucht werden, außer wenn sich die Fledermäuse hier zum Winterschlaf einfinden.

Brisighella ist auch gastronomisch Gesehen eine Goldgrube. Die Besonderheit dieses Ortes ergibt sich jedoch mehr denn je aus den Produkten einer Region, die noch zu einem Großteil unversehrt und ökologisch intakt ist.
Als wichtigstes Produkt gilt das native Olivenöl extra “Brisighello”, das sich in Europa der geschützten Herkunftsbezeichnung DOP rühmen kann. Nicht zu vergessen natürlich auch der Käse, der in den Kreidegrotten reift, das Fleisch der antiken autochthonen Schweinerasse Mora Romagnola, das Fleisch der Rinderasse Bovina Romagnola, die vergessenen Obstsorten (und hier vor allem die Birnensorte La Pera Volpina), die Pfirsiche, Nektarinen und Marillen mit geschützter Herkunftsbezeichnung I.G.P. Romagna und dann die für das Furchengebiet typischen Moretto- Artischocken. Für die ausgezeichnete Weinkultur sprechen die typischen autochthonen Rebsorten der Region Romagna, insbesondere Sangiovese D.O.C. und Albana di Romagna D.O.C.G. (exzellent in der Version Passita), die zu qualitativ hochwertigen Weinen verarbeitet werden.

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