Bellaria-Igea Marina

Im Jahr 1956 wurde die Gemeinde Bellaria Igea Marina nach der Abtrennung von der Stadt Rimini gegründet, die aus dem Zusammenschluss der beiden gleichnamigen Badeorte hervorging. Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte der große Zustrom von Touristen die alten Fischer- und Bauerndörfer völlig, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts begonnen hatten, Urlauber zu beherbergen, die sich nach Ruhe und frischer Luft sehnten, und von denen viele hier ihre „Villen am Meer“ bauten.
Heute ist Bellaria Igea Marina ein modernes und attraktives Küstenstädtchen, das sich über eine 7 km lange Küstenlinie erstreckt und die Erinnerung an die historischen Orte wachhält, die auch heute noch die verschiedenen Zugehörigkeiten, Eigenschaften und Identitäten bewahren.
Bei den Reiseveranstaltern und Besuchern ist der Ort aufgrund der Qualität seiner Umgebung, der optimalen Dienstleistungen und des freundlichen Empfangs als idealer Urlaubsort bekannt. Der goldgelbe Strand, die Gastronomie mit naturreinen Lebensmitteln, die grünen Parks, die Sporteinrichtungen, die kulturellen Veranstaltungen und Aufführungen, das Einkaufen in den Fußgängerzonen und die modernen Unterkünfte machen den Urlaub und das Stadtleben angenehm.
Das Meer von Bellaria Igea Marina wird seit Jahren mit der begehrten Blaue Flagge ausgezeichnet. Die Stadt ist ein wahres Freiluft-Fitnessstudio mit modernen Sportanlagen, Grünflächen, Wasseraktivitäten und Sportveranstaltungen. Die Sentieri per l’Uso mit einem ca. 10 km Rad- und Fußweg entlang des Flusses und dem 25 ha großen Maulbeerpark bieten sich für Spaziergänge auf Naturpfaden an. Zwischen den vielen modischen Geschäften, charakteristischen und trendigen Lokalen, Restaurants, Konditoreien, Bars und Eisdielen mit Eigenproduktion erlebt man hier das Vergnügen eines Spaziergangs in großen, sicheren Fußgängerzonen, die sich zu natürlichen Einkaufszentren voller Blumenbeete und Grünanlagen entwickelt haben.

Bellaria Igea Marina, mit Blick auf einen der schönsten Strände der gesamten Adriaküste, liegt nur wenige Kilometer landeinwärts: Man muss nur den Berg in Richtung Marecchia-Tal hinaufsteigen, um die magische Atmosphäre und die antike Pracht des Mittelalters und der Renaissance wiederzuerleben.
Santarcangelo di Romagna, Torriana, Montebello, Verucchio, San Leo, Novafeltria, Pennabilli und die Republik San Marino liegen in diesen Tälern und dominieren von ihren Höhen die Adria und die Hügel an der Grenze zwischen Romagna und den Marken.
Durch die strategische Lage von Bellaria Igea Marina im Zentrum der adriatischen Riviera sind auch die weltberühmten Kunststädte Ravenna und Urbino in kurzer Zeit erreichbar.

Der Weg „Sentieri per l‘Uso“ verläuft entlang des Flusses Uso zwischen den Gemeinden Bellaria Igea Marina und San Mauro Pascoli. Seit der Neugestaltung bietet er einen Rad- und einen Fußgängerweg und neun mit Bänken, Picknicktischen und Informationstafeln ausgestattete Rastplätze.
Die Route schlängelt sich etwa 6 km entlang des Uso auf weißen Straßen und markierten Wegen. Die Beobachtung der charakteristischen Flora und Fauna der Gegend bereichert die Erfahrung aller, die hierher kommen.
Der Rad-/Gehweg beginnt in Bellaria auf der Via Ravenna an der Kreuzung mit dem rechten Ufer des Uso und führt die ersten 1500 m bis zu einer Fußgängerbrücke „Castrum Lusi“ für die Überquerung des Flusses auf das linke Ufer. Danach geht es etwa zweieinhalb Kilometer weiter bis zur Mündung des Rio Salto, der in der berühmten „Cavallina Storna“ des Dichters Giovanni Pascoli erwähnt wird.
Von hier aus führt der Weg am alten, verlassenen Flussbetts des Uso und am Rio Salto entlang und erreicht nach weiteren 700 m die Brücke von Podere Isola. Der letzte, etwas mehr als ein Kilometer lange Streckenabschnitt endet am Podere Buda und an der Villa Torlonia.
Wer möchte, kann noch 2 km bis zur Kreuzung mit San Mauro Pascoli weiterfahren und über einen Holzsteg „Ca‘ Uso“ direkt nach Igea Marina und nach dem Verlassen des Rad- und Fußgängerweges auf der weißen, asphaltierten Straße wieder zurück nach Villa Torlonia fahren.
Zu den Sehenswürdigkeiten entlang der Route gehören die Kirche Santa Margherita (18. Jh.), die ehemalige Abtei Donegallia und die Burg Benelli, die beide aus dem 13. Jh. stammen, sowie die Ziegelei Bellaria Igea Marina. Sie ist ein schönes Beispiel für Industriearchäologie und erfährt derzeit mittels Projekten und Initiativen eine Wertsteigerung.

Bellaria Igea Marina ist bekannt für seine unverfälschte Küche und seine Spezialitäten, die auf den Produkten des Meeres und des Landes beruhen.
Erstere bieten vor allem Miesmuscheln, die in wahren „Gärtnereien“ gezüchtet und sogar ins Ausland verkauft werden, während die Fische auf den Fischerboten als Fischsuppe zubereitet wurde und um 9 Uhr das Mittagessen der Mannschaft darstellte, wenn sie mit dem Fischfang fertig war. Heute wird er nicht nur in den Familien gegessen, sondern auch in den vielen Restaurants der Stadt angeboten.
Die angebauten oder wild wachsenden Erzeugnisse der Landwirtschaft wurden immer schon mit großer Achtsamkeit für die Natur und daher ohne übermäßige Manipulation behandelt, wie es in der bäuerlichen Gemeinschaft üblich war.
Darunter befindet sich eine besondere Knolle, die köstliche „Sandkartoffel“ mit gelbem Fleisch, die vor allem im nördlichsten Teil des Gemeindegebiets namens „Cagnona“ angebaut wird, das seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für seine Agrar- und Gemüseerzeugnisse bekannt ist. Diese Kartoffel wird im Ofen gegart oder gekocht und zeichnet sich durch ihren lieblichen und vorzüglichen Geschmack aus.
Das typische Fladenbrot unseres Gebiets, dem Bellaria Igea Marina im September ein Fest widmet, lässt unzählige Kombinationen zu: Charakteristisch ist die Kombination mit Sardinen und Zwiebeln, deren Ursprung in der gastronomischen Tradition der Stadt liegt.

Kleine Museen entfalten ihr enormes Potenzial, wenn und soweit sie in der Lage sind, sinnvolle Verbindungen untereinander schaffen. Aus diesem Grund entstand die Notwendigkeit, ein Netzwerk von Beziehungen und Synergien aufzubauen, das es den Museen von Bellaria Igea Marina ermöglicht, miteinander zu kommunizieren und sie dem Publikum mit ähnlichen Realitäten über die Gemeindegrenzen hinaus zugänglich zu machen.

So entstand die Idee für die Gründung von ReMus, einem Netzwerk von Museen entlang der beiden Flüsse Marecchia und Uso, zu dem auch die Museen von Bellaria Igea Marina gehören.

Das rote Haus

„Unerschütterlich im Glauben, erlitt er Elend, Verbannung, Verfolgung, verlor aber nie seine Ehrfurcht vor seinem Land, die Würde seiner Seele und seinen Glauben an seine Prinzipien.“

So hat Alfredo Panzini (1863 – 1939) Dante Alighieri gesehen; der (zufällig) in Senigallia geborene Schriftsteller, dessen zweite Heimat die Romagna ist, deren Temperament auch seinem Charakter entspricht, wurde zum kulturellen Symbol von Bellaria Igea Marina. Zum sechsten Todestag des Obersten Dichters am 14. September 1921 wollte Panzini an ihn erinnern und ihn mit einer literarischen Erinnerung feiern, in der er sowohl die Figur des „Vaters“ seinen Heimatlandes Italien, dem er sich mit Stolz zugehörig fühlte, als auch die eines großen Protagonisten der Blüte der italienischen Sprache hervorhob, die wegen ihrer Schönheit und Ausdruckskraft die harmonischste von allen ist.
In den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts fand Alfredo Panzini, der als Professor in Mailand bereits erste literarische Erfolge feierte, in diesem Winkel der Romagna, die kaum mehr als ein Fischer- und Bauerndorf ist, sein ideales Refugium.
In Bellaria kaufte der Schriftsteller 1909 eine kleine Villa auf einer Sanddüne, von deren Fenstern man das Meer und die Hügel der Romagna sehen konnte. Bald verwandelte sich die so genannte „Casa Rossa“ von einem einfachen sommerlichen „buen retiro“ in einen wahren literarischen Künstlertreffpunkt und in ein ausgezeichnetes Observatorium der ländlichen Welt, die in Panzinis Erzählungen so wichtig war. Viele seiner wichtigen Werke wurden hier geschrieben und hier empfing er seine romagnolischen Freunde Marino Moretti, Antonio Baldini und Renato Serra.
Die Villa blieb lange Zeit ungenutzt, bis die Gemeinde Bellaria Igea Marina sie kaufte und restaurierte. Im Jahr 2007 erwachten die vom Schriftsteller bewohnten Räume nach gelungenen Eingriffen wieder zum Leben. Das Wohnhaus und das Schlafzimmer des Schriftstellers, auf der man ein Porträt von Dante bewundern kann, wurde für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und erhielt ihre ursprünglichen Farben mit ihren mit Fresken bemalten Wänden und Decken zurück.
Heute ist es ein „Hausmuseum“ in einem herrlichen Parkgarten mit mediterraner Vegetation, neben dem die Nebengebäude des Guts bestehend aus dem Wohnhaus des Naturalpächters Finotti, dem Pferdestall und dem Schuppen für die Kalesche stehen.

Torre Saracena – Muschelmuseum (Museo delle Conchiglie)
Der Sarazenenturm ist das ikonographische Wahrzeichen von Bellaria Igea Marina. Es ist kein Zufall, dass er im Stadtwappen neben der aufgehenden Sonne und dem Anker zu finden ist.
Nach den Invasionen und Raubüberfällen durch türkische Piraten in den letzten Jahren des 16. Jahrhunderts beschloss der Kirchenstaat, eine Reihe von Türmen an der Meeresküste, vom Fluss Tavollo bis Bellaria, zu bauen, um die Bewohner zu verteidigen. Der Bellaria-Turm wurde 1673 als Teil des Küstenbefestigungsplans erbaut. Er ist der Einzige der sechs Türme, die noch in seiner ursprünglichen Form erhalten sind: Er hat drei Stockwerke mit Gewölbe und eine Wendeltreppe. Im Laufe der Zeit wandelte sich die Funktion der Türme: Sie dienten als Quarantänestationen für „Seuchenverdächtige“ von Schiffen, für den Handelsverkehr und zur Überwachung von Schmugglern.
In den oberen Stockwerken des Gebäudes befindet sich eine sehr umfangreiche Muschelsammlung mit Funden aus der Desideri-Sammlung aus Rom, die von der Gemeinde Bellaria Igea Marina erworben und vom Institut für Zoologie der Universität Bologna in Auftrag gegeben wurde.
In der Grünanlage um den Turm gibt es eine eindrucksvolle Ausstellung von Luggersegeln mit den Farben der maritimen Familien, sowie einige „Batanicci“, kleine alte Boote, die für den täglichen Fischfang und den Lebensunterhalt der Familie verwendet wurden.

„Noi“, das Museum für Geschichte und Erinnerung
Im Gebäude des Alten Schlachthofs, das 1926 gebaut wurde, befindet sich das Museum für Geschichte und Erinnerung „Noi“ von Bellaria Igea Marina. Es ist ein Museum, das anhand von Traditionen, Objekten und Zeugnissen, aus denen sich die Geschichte der Stadt zusammensetzt, über uns erzählt und den Blick des Besuchers auf die historischen und kulturellen Formen richtet, die mit dem Meer verbunden sind. Es wurde 2014 eingeweiht und im Jahr 2017 anlässlich der Einrichtung einer archäologischen Abteilung mit Artefakten und Spuren römischer Siedlungen entlang der Küstenstraße Popilia neugestaltet.
Zurzeit kann dieser „Die Straße, die Villa und die Pfarrkirche“ genannte archäologische Abschnitt besichtigt werden.
Die Ausstellung enthält Funde aus der Römerzeit, die in Bordonchio in der Nähe einer antiken Pfarrkirche (heute Kirche San Martino) und Poststation entdeckt wurden. Dazu gehört ein Teil eines wertvollen Mosaiks aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. und die Reproduktion im Originalformat der römischen Stele der Egnatia Chila aus dem 1. Jh. n. Chr., die uns leider ohne Gesicht erhalten ist und eine junge freie Frau bzw. eine später befreite Sklavin darstellt.

Museum historischer Radios
Die Sammlung alter Radios bringt die Schönheit von über 140 Radiogeräten aus den 1930er Jahren ans Licht. In den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts war der Erfolg des Radios überwältigend. Die frühen Exemplare waren teure, massive, sperrige und zunächst nicht sehr schöne Gegenstände. Es dauerte nicht lange, bis die Ästhetik und das Design der Frequenzempfänger die Inspiration und Kreativität für neue Formen und Modelle anregten und auch zu wertvollen Möbelstücken wurden.
Das Museum erzählt all dies. Es gibt viele Raritäten, darunter ein Radio Marelli von 1929, ein Crosly von 1930, ein Landradio von 1933, ein „La voce del padrone“, Grammophone von 1940 und vieles mehr.

Das Bragozzo-Boot Teresina
Das Boot ist ein Kulturgut der Extraklasse, das zum Symbol der alten Marine von Bellaria Igea Marina geworden ist, die zwischen den 1940er und 1950er Jahren eine der bekanntesten der Region war.
Die Teresina ist ein etwa zehn Meter langes Bragozzo-Boot, die 1948 in Murano gebaut und lange Zeit als Fischerboot, dann in den 1980er Jahren als Vongolara für die Muschelernte genutzt wurde. Das Bragozzo ist ein aus Chioggia stammendes Segelboot, das für die Küstenfischerei in der oberen Adria verwendet wurde und zwischen Ende des 18. und Anfang des 20. Jahrhunderts sehr beliebt war. Mit dem Aufkommen des Motors ging es mit dem Bragozzot rapide bergab und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gar nicht mehr verwendet. Charakteristisch sind die auf den Bug gemalten Bilder: die Taube und der musizierende Engel (wie bei der Teresina).
Die Restaurierung der Teresina, eines der letzten und schönsten Beispiele dieses Bootstyps, dauerte fünf Jahre und wurde vom Verein „Barche sull’Adriatico“ der Bellaria Igea Marina durchgeführt.
Nach der Restaurierung im Jahr 2003 schenkte der Verein „Barche sull’Adriatico“ die Teresina der Gemeinde Bellaria Igea Marina und machte sie damit zum Kulturerbe der Stadt. Während der Sommermonate ist sie ständig im Kanalhafen stationiert und wird für Repräsentationszwecke und zur kulturellen Förderung der Stadt benutzt.

IAT – Touristeninformationsbüro Bellaria

Via da Vinci 2 – Bellaria

Tel.: +39 0541 343808

iat@comune.bellaria-igea-marina.rn.it

UIT – Touristeninformationsbüro Igea Marina

Via Ovidio 99 – Igea Marina

Tel.: +39 0541 333119

iatim@comune.bellaria-igea-marina.rn.it

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