Bagno di Romagna

Das im Grenzgebiet zwischen der Romagna und der Toskana gelegene tausendjährige Dorf Bagno di Romagna ist seit der Römerzeit für seine Thermalquellen berühmt. Es ist das Tor zum Park Foreste Casentinesi, dem Tempel des langsamen Lebens, und gehört seit 2005 Orangenen Dorf des italienischen Touring Clubs.

Dante kannte das Gebiet zwischen der Romagna und der Toskana sicherlich gut, das er als „fliehender Ghibellin“ durchwanderte: In der Göttlichen Komödie werden verschiedene Orte im Savio-Tal von den Quellen des Tibers bis nach Cesena erwähnt. Es kommen auch zahlreiche lokale Persönlichkeiten vor: Guido Novello aus dem Haus des Grafen Guidi, der verschiedene Besitztümer im Gebiet von Bagno di Romagna hatte; die Lizio da Valbona, einer adligen Familie aus dem oberen Bidente-Tal; Guido Salvatico, der Dante der volkstümlichen Überlieferung zufolge während seiner Wanderungen in der Nähe des Schlosses von Vessa beherbergte, das einen Zwischenstopp auf den Pfaden des Val di Bagno Trek darstellt.

Das Gebiet des Nationalparks Foreste Casentinesi wird auch in der Göttlichen Komödie explizit erwähnt (die Acquacheta-Wasserfälle, im gegenüberliegenden Tal) und war wahrscheinlich die Inspirationsquelle für den ersten Gesang.

Auch heute ist es noch möglich, sich „in einem dunklen Wald wiederzufinden“ (Hölle, 1. Gesang, 2), wenn man auf einem der vielen Wege im Park spaziert, von dem 5.000 Hektar in der Gemeinde Bagno di Romagna liegen. Wie das Tal von Pietrapazza, einer der Haupteingänge zum Park, das mit seinen kleinen alten Welten aus Pfarrkirchen, Mühlen und verlassenen Friedhöfen, die aber noch gut erhalten sind, von der Hartnäckigkeit der Bergbewohner erzählen, die dort bis in die 1960er Jahre lebten.

Von den kleinen Seen des Comero (Lago Pontini, Lago Lungo, Lago Acquapartita) bis zum Sentiero degli Gnomi, von den Palästen, die von der florentinischen Herrschaft geprägt wurden, bis zu den Gasthäusern und Sternerestaurants, in Bagno di Romagna können Sie das Wesen eines gastfreundlichen und einladenden Dorfes kennenlernen, das Sie erwartet.

Die alten Römer waren die ersten, die die heilende Wirkung des heißen Wassers von Bagno di Romagna erkannten: um 266 v. Chr. errichteten sie einen Tempel und eine sehr beliebte Thermenanlage an diesen Quellen, die in den Epigrammen von Martial erwähnt werden.

Heute ist Bagno di Romagna genau der richtige Ort zum Wohlfühlen und Regenerieren. Das Grand Hotel Terme Roseo, das Hotel delle Terme Santa Agnese und das Ròseo Euroterme Wellness Resort sind Vier-Sterne-Hotels und medizinische Einrichtungen, in denen das Wasser ein Rundum-Erlebnis aus Wellness, Gesundheit und Entspannung bietet.

Das Thermalwasser des Bagno stammt vom Regen, der vor 10.000 Jahren gefallen ist und sich im Laufe der Jahrtausende erwärmt, dann mit natürlichen Wirkstoffen mit heilenden Kräften angereichert hat und wieder an die Oberfläche kam: Deshalb ist es ein ausgezeichneter Verbündeter für die Gesundheit der Knochen, des Gefäßsystems, der Atemwege, des Magen-Darm-Systems, gegen Diabetes und Cholesterin. Ein wahres Wunder der Natur!

Und so wie das Wasser in Bagno dem heutigen Reisenden wohltut, so haben die Wasser der Flüsse des Fegefeuers, die Dante durchquert, heilende Wirkung für die Seele: Wenn der Letè von der Erinnerung an das begangene Böse reinigt, so erzählt uns Dante, dass er aus dem Fluss Eunoè regeneriert herauskam, … „neu gemacht wie eine junge Pflanze/verjüngt mit neuen Blättern/rein und bereit, zu den Sternen aufzusteigen“ (Fegefeuer, 33. Gesang). Wer weiß, vielleicht hat Dante selbst die heilende Kraft des Thermalwassers erfahren!

Dante ließ sich bei der Erinnerung an den „finstern Wald“ wahrscheinlich von dem Gebiet zwischen der Romagna und der Toskana inspirieren, das er als „fliehender Ghibellin“ mehrmals durchquert hatte. Heute gehört eszum Nationalpark Foreste Casentinesi, Monte Falterona, Campigna mit einer Fläche von etwa 36.000 Hektar, der zu gleichen Teilen auf beide Regionen verteilt ist.

Er ist von geschichtsträchtigen Dörfern geprägt, die dem Besucher eine wunderbare, fauna- und florareiche Natur bieten, und kann zu allen Jahreszeiten bei angenehmen Wanderungen auf etwa 600 km langen Wegen mit dem Mountainbike oder zu Pferd erkundet werden.

Das Gebiet von Bagno di Romagna umfasst das strenge Naturschutzgebiet Sasso Fratino, das erste in Italien (1959), das seit 2017 mit seinen hochgeschätzten und über 500 Jahre alten Wäldern zum Unesco-Weltnaturerbe gehört. Hier wird die Natur in ihrer Gesamtheit (Flora, Fauna, Gestein, Boden, Wasser) geschützt und es finden keinerlei forstwirtschaftlichen Aktivitäten statt. Das Ziel des Reservats ist die ganzheitliche Erhaltung zu wissenschaftlichen Zwecken. Es ist eine Perle, die bewacht und bewundert, „angeschaut, aber nicht angefasst“ werden soll.

Der Staudamm von Ridracoli befindet sich in einer der schönsten Naturlandschaften Italiens. Er ist ein hochmodernes Ingenieurwerk, aber auch ein Beispiel für das perfekte Gleichgewicht zwischen dem Werk des Menschen und dem Schutzgebiet des Nationalparks der Foreste Casentinesi, das ihn umgibt.

Empfehlenswert ist eine Ausfahrt mit dem Elektroboot auf dem See oder eine Kanutour in Begleitung eines fachkundigen Führers. Wer gerne Rad fährt, kann sich ein E-Bike ausleihen und die weitläufige Umgebung erkunden. Wer lieber wandert, kann einen angenehmen Spaziergang auf der Dammkrone oder im Wald bis zur Schutzhütte Cà di Sopra machen und vielleicht am Seeufer picknicken.

Sehr interessant ist auch der Besuch des „Idro Ecomuseo delle acque di Ridracoli“ (Ökomuseum der Gewässer von Ridracoli), wo das kostbare Wasser und das Gebiet des Parks aus technologischer, landschaftlicher und naturalistischer Sicht mit einem interaktiven Ansatz erzählt werden, der von manuellen bis hin zu virtuellen Erfahrungen reicht.

Lassen Sie die Skepsis beiseite und tauchen Sie ein in das Reich der Fantasie: Überqueren Sie einfach die kleine Brücke über den Fluss Savio, in der Nähe des öffentlichen Parks, ein paar Schritte vom Dorfplatz entfernt, und Sie betreten den Sentiero degli Gnomi, einen etwa zwei Kilometer langen Pfad im Wald, auf dem Sie mit der Natur und der magischen Zwergenwelt in Kontakt treten können.

Der gut zu laufende Weg führt über Brücken, vorbei an Schildern, Steinskulpturen, Tiersilhouetten, Holzhäusern, und schließlich zum Briefkasten, in dem Kinder Nachrichten für ihre Zwergenfreunde hinterlassen können (die immer auf alle antworten!). Oben auf der Lichtung der Zwerge können Sie sich auf Holzsitzen ausruhen und dieses herrliche Reich der Fantasie bewundern und vielleicht sogar den Zwerg Savio, die Fee Sfoglina und ihre Freunde treffen.

Am Pfad gibt es viele gemeinsame Spiel- und Entspannungsmöglichkeiten: Sie können an der Schatzsuche und dem Picknick der Zwerge teilnehmen, barfuß durch die Natur laufen, den Wald wie in einem Märchen erkunden und an den Sommerabenden den Walk in the Magic Wood, einen Pfad aus Licht, Musik und Poesie, erleben.

Die Zwerge erwarten Sie in Bagno di Romagna!

In Bagno di Romagna vermischt sich die Gastronomie der Romagna (Lasagne, Tagliatelle, Tortellini, Passatelli, Piadina, Ravioli…) mit der schlichteren toskanischen Tradition (Fleisch, Salami, geröstete Brotscheiben…) und schafft unvergessliche kulinarische Erlebnisse, die man sowohl in den familiengeführten Gasthäusern in der ganzen Gegend als auch in den elegantesten und renommiertesten Restaurants (einige mit Michelin-Sternen) genießen kann.

Die Basis der unverwechselbaren Gerichte sind lokale und saisonale Produkte: Steinpilze, Kastanien, weiße und schwarze Trüffel, Wurst und Schinken, Wild, handwerklich hergestellter Honig und Schokolade, reife oder frische Käsesorten. Dazu gehört der Raviggiolo DOP, ein feiner weißer, weicher Rohkäse, der ganz frisch genossen werden sollte.

Zu den Kreationen der Küche gehört die schmackhafte Kastanien-, Bohnen- und Kartoffelsuppe. Einzigartig sind die Basotti, spezielle gratinierte Tagliolini. Genial, kostengünstig und unverwechselbar sind die Tortelli nella lastra, gefüllt mit Kräutern oder Kartoffeln, sowie die Focaccia bagnese, der Castagnaccio, der Lattaiolo, die alle probiert werden müssen.

Verpassen Sie nicht die gastronomischen Dorffeste im Herbst, wenn in den Straßen von Selvapiana und Bagno di Romagna die Aromen inmitten des farbenprächtigen Spektakels von Herbstlaub verströmen.

Basilika S. Maria Assunta und Museum für sakrale Kunst

Mitten in der Altstadt von Bagno di Romagna steht die Basilika Santa Maria Assunta, die bereits im Jahr 861 n. Chr. urkundlich erwähnt wurde. Das Gebäude mit einem einzigen Schiff und sieben Kapellen auf jeder Seite hat ein romanisches Portal mit kleinen Säulen, das bei der Restaurierung in den 1960er Jahren ans Tageslicht kam, da es von einem Renaissanceportal überlagert worden war.

Die Basilika stellt ein Unikat innerhalb dieses „toskanische Romagna“ genannten Gebietes dar. In ihren Altären befinden sich wertvolle Kunstwerke der florentinischen Renaissance. Dazu gehören: Das Triptychon von Neri di Bicci (aus dem Jahr 1468, in der Mitte der Apsis), die Statue der Heiligen Agnes, die Madonna mit Kind (auch Madonna della Rosa genannt), die gesamte Salvetti-Kapelle (von Michele Tosini, bekannt als Michele di Ridolfo del Ghirlandaio).

Die Basilika ist das Herz des Museums für sakrale Kunst, deren Ausstellungsbereiche auch das Pfarrhaus der Pfarrei von Bagno di Romagna und das Oratorium Madonna del Carmine umfasst. Das Museum enthält über 200 wertvolle Gemälde und antike, seltene Einrichtungsgegenstände. Die Idee für die Sammlung stammt von Monsignor Alfiero Rossi, Pfarrer von Bagno di Romagna, der seit 1966 das lokale Kunst- und Kulturerbe sammelt und zur Geltung kommen lässt.

Der Palast des Kapitäns

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie bei einem Spaziergang durch die Straßen von Bagno di Romagna das Gefühl haben, in der Toskana zu sein. Die lange Beziehung dieser Orte zu Florenz ist noch heute in den Atmosphären, in der Architektur, in den Kirchen und in den Gebäuden der Institutionen erkennbar.

Zu diesen gehört der Palazzo del Capitano mit seiner unverwechselbaren Fassade, die mit über 70 Wappen verziert ist. Sie wurde im Jahr 2003 renoviert und bringt uns in die Zeit zurück, als die Kapitäne ihr Mandat im Val di Bagno besiegelten, indem sie ein Wappen am Gebäude anbringen ließen.

Heute ist der Palast das Zentrum des kulturellen Lebens von Bagno di Romagna und das Symbol seiner Gastfreundschaft mit dem Sitz des Fremdenverkehrsbüros, des Besucherzentrums des Nationalparks Foreste Casentinesi, der Bibliothek und des städtischen historischen Archivs.

Corzano: Festung, Einsiedelei, Saumpfad

Auf dem runden Hügel von Corzano, einer grünen Oase der Stille hinter San Piero in Bagno, befinden sich die Überreste einer Burg (Teile der polygonalen Ringmauer, Zisterne, Fundamente der Festung) und eine kleine elegante Wallfahrtskirche, die im 19. Jahrhundert vergrößert wurde, um dort das Bild der „Madonna mit Kind“ verehren zu können, das auf einem Fresko aus dem 15. Jahrhundert in einer kleinen Kirche in den Ruinen des Schlosses dargestellt ist. Es wurde 1835 von den Einwohnern als Schutz vor den starken Erdbeben angerufen und wird auch heute noch sehr von der lokalen Bevölkerung verehrt.

Diese Orte enthalten die Identität und die Geschichte von San Piero in Bagno: ein Dorf, eine Gemeinschaft, die eine enge Verbindung mit dem Ort aufrechterhalten hat, der im Mittelalter am Fuße des heutigen Dorfes errichtet wurde.

Der mittelalterliche Saumpfad, der wie eine Nabelschnur das Dorf mit dem Gipfel des Hügels verbindet, wurde vor einigen Jahren vom örtlichen Verein „Il Faro di Corzano“ komplett neu angelegt und restauriert. Der Weg wird von 14 großen bronzenen Kreuzwegstationen (1990) des Künstlers Carmelo Puzzolo aus Sampierano in Abschnitte unterteilt, die derselbe Künstler für den Berg Krizevac beim Wallfahrtsort in Medjugorje geschaffen hat.

Die Chiardovo-Quelle

Etwas außerhalb der Gemeinde Bagno di Romagna führt ein angenehmer und romantischer Spaziergang inmitten der Natur zur „Fonte del Chiardovo“, einem Ort, an dem kaltes Thermalwasser (schwefelig-bikarbonathaltig mit geringem Mineralgehalt) mit dem typischen Ei-Geruch heraussprudelt, das für seine wohltuende Wirkung bei leichten Magen-Darm-Beschwerden bekannt ist.

Die von Linden beschattete Allee, die zur Quelle führt, wurde 1936 angelegt. Sie ist etwa einen Kilometer lang und führt zwischen bebauten Feldern und Gemüsegärten entlang des kühlen Wassers des Wildbaches Volanello.

Die gepflasterte und für den Verkehr gesperrte Straße ist eine für jedermann geeignete Strecke an einem gesunden, entspannenden Ort mitten im kühlen Grün. Der Parco Crisolini ist mit Bänken gesäumt und einem Rastplatz mit Tischen ausgestattet.

Dank der Beleuchtung auf der gesamten Strecke kann der Weg auch nachts zurückgelegt werden. An kühlen Sommerabenden können Sie den Spaziergang in Begleitung von Glühwürmchen genießen. Dieses Erlebnis sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

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